Foto: PFA

Jahr eins der European Football Alliance ist beendet. Sportlich hat sich Nordic Storm mit dem Erfolg über die Munich Ravens den ersten Titel der jungen Liga gesichert. Zu sehen war das Finale nicht nur auf YouTube, wo 40.000 Unique User gezählt wurden. Auch sportschau.de und BR24 übertrugen die Partie im Livestream.

Der BR zeigte in diesem Jahr alle Spiele der Ravens. Der Hessische Rundfunk bot die Partien von Frankfurt Galaxy im Livestream mit deutschem Kommentar an. Bereits vor dem Saisonstart machten beide Sender deutlich, dass sie die neue Liga umfangreich begleiten wollen.

„Wir freuen uns über ein attraktives Live- und Nachverwertungsrechtepaket. Neben den deutsch-exklusiven Streams können wir uns auch vorstellen, je nach Startzeit, ausgewählte Spiele auch im hr-fernsehen zu übertragen.“

Marcus Augustin, hr-Sportchef

Auch Liga-Geschäftsführer Eric Reutemann zeigte sich damals erfreut über die Zusammenarbeit.

„Wir sind unglaublich stolz darauf, mit dem Hessischen Rundfunk und dem Bayerischen Rundfunk zum Start der ersten EFA-Saison zusammenzuarbeiten. Den Fans den Zugang zum Spiel zu ermöglichen, hatte für uns schon immer höchste Priorität. Dass zwei angesehene öffentlich-rechtliche Sender das Wachstum des europäischen American Footballs unterstützen, ist ein enorm wichtiger Schritt für die Liga, unsere Teams und unsere Fans. Wir freuen uns sehr, dass Fans in ganz Deutschland vom ersten Tag an einfachen Zugang zur EFA-Saison haben werden.“

Eric Reutemann, Geschäftsführer European Football Alliance

Dieses Engagement war vom ersten Spieltag an zu spüren. Neben den Livestreams produzierten beide Sender Beiträge für ihre regionalen Nachrichten- und Sportprogramme. Der hr baute beim Auftaktspiel von Frankfurt Galaxy sogar eine Liveschalte in die hessenschau ein.

Zudem ging der Sender das Risiko einer Übertragung im linearen Fernsehen ein. Die Partie gegen die Raiders Tirol konnte dort allerdings nur bedingt überzeugen. Während der Übertragung wurden insgesamt 55.000 Menschen erreicht. Durchschnittlich schalteten lediglich 5.000 Zuschauer ein. Das entsprach einem Marktanteil von 0,7 Prozent.

„Wir haben den Sport-Interessierten ein hochwertiges Live-Produkt mit attraktivem Kommentar angeboten.“

Hessischer Rundfunk

hr und BR ziehen positive Bilanz

Nach dem Ende der Saison hat der hr nun ein erstes ausführliches Fazit gezogen. Mit der Zusammenarbeit selbst zeigt sich der Sender zufrieden.

„Wir waren mit der Zusammenarbeit mit der EFA sehr zufrieden. Das gilt sowohl für die hochwertig produzierten Livespiele als auch für die diversen Interview- und Story-Möglichkeiten, die wir für alle unsere Ausspielwege genutzt haben.“

Hessischer Rundfunk

Bei den Abrufzahlen fällt das Urteil dagegen etwas zurückhaltender aus. Nach einem vielversprechenden Saisonstart konnte das Interesse offenbar nicht auf diesem Niveau gehalten werden.

„Die Zugriffszahlen sind nach einem starken Start in Summe etwas unter unseren Erwartungen geblieben. Aber wir haben die Gelegenheit, alle deutschen Spiele zu übertragen, auch als Chance gesehen, die Entwicklung des Nutzungsverhaltens einer Sportart wie American Football während einer ganzen Saison zu betrachten. Daraus können wir für künftige Livestreams viele Erkenntnisse ziehen.“

Hessischer Rundfunk

Auch die Kollegen aus Bayern zogen bereits vor dem Finale ein positives Fazit. Dort zeigte man sich vor allem mit der Resonanz auf das eigene Gesamtpaket zufrieden.

„Nicht nur für die Munich Ravens war die bisherige Saison erfreulich erfolgreich. Auch BR24 Sport freut sich über eine positive Publikumsresonanz für die Livestreams aus der European Football Alliance. Das redaktionelle Gesamtpaket mit einem eigenen kleinen Studio für die Präsentation und Kommentierung der Spiele und mit Vor-Ort-Interviews im Stadion hat sich bestens bewährt und wird natürlich auch zum Finale am 29. August wieder so umgesetzt. Zusätzlich haben wir immer wieder auch im Klassiker ‚Blickpunkt Sport‘ im BR Fernsehen über die Ravens berichtet und werden nach dem Endspiel in der Sendung vom 30. August einen Studiogast aus ihren Reihen begrüßen.“

Bayerischer Rundfunk

Der BR verteidigte zugleich seine Entscheidung, während der Saison kein Spiel im linearen Fernsehen zu zeigen. Aus Sicht des Senders passt das digitale Angebot besser zur Zielgruppe des American Footballs.

„Das BR24 Sport Livecenter ist die digitale Heimat des bayerischen Sports und etablierte Adresse für Livesport-Höhepunkte im Freistaat. Es passt perfekt zur Mediennutzung einer vergleichsweise jüngeren Zielgruppe, zu der große Teile der Football-Fanbase gehören. Im Gegensatz zum Fernsehen mit seinen begrenzten Sendeplätzen bietet das BR24 Sport Livecenter zudem deutlich flexiblere Möglichkeiten, eine Sportart wie American Football mit ihren mehrstündigen Spielzeiten angemessen abzubilden.“

Bayerischer Rundfunk

Der hr hätte dagegen gerne noch eine weitere Partie im Free-TV gezeigt. Als Möglichkeit war vor allem ein Spiel des Big Four angedacht. Der Spielplan machte diesen Überlegungen jedoch einen Strich durch die Rechnung.

„Die Liga hatte sich früh festgelegt und das Spiel der Munich Ravens auf Samstagabend gelegt. Damit war eine Übertragung dieser Partie im hr-fernsehen ausgeschlossen, da es in das Abendprogramm inklusive der hessenschau ragte. Hätte die Galaxy am frühen Sonntagnachmittag gespielt, hätten wir das Spiel im TV gezeigt.“

Hessischer Rundfunk

Gleichzeitig verwies der Sender noch einmal auf die schwachen Zahlen der einzigen linearen Übertragung. Diese habe nach Einschätzung des hr „keine guten Einschaltquoten“ erzielt.

Wie geht es 2027 weiter?

Damit stellt sich nach dem Ende der Premierensaison die Frage nach der Zukunft der Partnerschaften. Ein Zusammenschluss zwischen EFA und AFLE scheint derzeit nicht zur Debatte zu stehen. Damit könnten beide öffentlich-rechtlichen Sender auch 2027 Partner der EFA bleiben. Eine Entscheidung darüber ist bislang allerdings noch nicht gefallen.

„Zu dieser Frage können wir noch nichts sagen. Wir werden uns nach dem Ende der Saison mit den Verantwortlichen der Liga und der beiden deutschen Clubs zusammensetzen, Bilanz ziehen und das weitere Vorgehen besprechen.“

Hessischer Rundfunk

Auch beim BR ist noch offen, ob die Munich Ravens in der kommenden Saison erneut regelmäßig zu sehen sein werden.

„Wie es in der kommenden Saison weitergeht, werden wir während der Pause mit allen beteiligten Partnern in Ruhe besprechen.“

Bayerischer Rundfunk

Somit wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen, ob die EFA auch 2027 bei den beiden Regionalsendern vertreten sein wird. Die Liga mit ihrem neuen Präsidenten Markus Kuhn dürfte großes Interesse an einer Fortsetzung der Zusammenarbeit haben. Schließlich ist die Präsenz bei öffentlich-rechtlichen Sendern für eine junge Liga alles andere als selbstverständlich. Nach der Premierensaison fällt die Bilanz jedoch nicht ausschließlich positiv aus. Während beide Sender die Zusammenarbeit und das produzierte Angebot loben, blieben die Abrufzahlen beim hr teilweise hinter den Erwartungen zurück. Genau diese Erfahrungen dürften nun in die Gespräche über die zweite EFA-Saison einfließen.

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.