Moritz Heisler, COO und Managing Director der AFLE („The League Europe“), war im Podcast Fourth Down Fiasco zu Gast und sprach ausführlich über die Zukunft des europäischen Footballs. Neben Themen wie Vertrauen, nachhaltige Strukturen und Expansion rückte dabei vor allem ein möglicher neuer Standort in den Fokus: London.
Vertrauen zurückgewinnen als Grundlage
Nach den Turbulenzen der vergangenen Jahre sieht Heisler den Wiederaufbau der Glaubwürdigkeit als wichtigste Aufgabe der Liga.
„Wir wollen das Vertrauen der Fans zurückgewinnen.“
Dabei gehe es nicht um kurzfristige Lösungen, sondern um ein langfristiges Fundament für den europäischen Football.

„Wir wollen etwas aufbauen, das nicht nur fünf Jahre existiert, sondern vielleicht 10, 15 oder 20 Jahre.“
Die Liga wolle bewusst vermeiden, Erwartungen zu schüren, die nicht eingehalten werden können.
„Wir werden nichts versprechen, was wir nicht halten können.“
Neue Projekte – aber keine neuen Märkte
Mit Teams aus Italien, Frankreich und der Schweiz entstehen in der AFLE aktuell mehrere neue Franchises. Für Heisler handelt es sich dabei jedoch nicht um Expansion in unbekanntes Terrain, sondern um eine strukturelle Neuorganisation bestehender Football-Regionen.
„Italien ist kein neuer Markt für uns. Dort gibt es Infrastruktur, Talent und eine funktionierende Football-Community.“
Auch in der Schweiz und Frankreich sieht die Liga bereits etablierte Strukturen, auf denen aufgebaut werden kann.
„Das sind Märkte, die sich über viele Jahre entwickelt haben und bereits Spieler, Fans und Programme hervorgebracht haben.“
Die Strategie dahinter ist klar: Statt künstlich neue Standorte zu schaffen, will die Liga bestehende Football-Regionen stabilisieren und professionalisieren.
Italien: Heisler verteidigt Bart Iaccarino
Im Podcast wurde auch Bart Iaccarino thematisiert, der eine zentrale Rolle beim Aufbau des neuen italienischen Teams spielt. Iaccarino war zuvor bei den Barcelona Dragons tätig. Einem Projekt, das am Ende scheiterte. Auf Social Media wurde das italienische Team regelrecht zerrissen, weil die wenigsten an Iaccarino als Verantwortlichen glauben. Heisler stellte klar, dass dieser Vergleich zu kurz greife:

„Es ist nicht fair, das zu vergleichen. Italien ist ein anderer Markt als Spanien.“
Barcelona habe sportlich durchaus konkurrenzfähig gespielt und sogar die Playoffs erreicht. Italien hatte mit den Milano Seamen ebenfalls in der Vergangenheit ein Franchise, was nicht wirklich funktionierte. Heisler betont, dass strukturelle Rahmenbedingungen gefehlt hätten, die heute anders seien.
„Wir können Dinge strukturell besser aufbauen, weil wir aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben.“
Die Liga sehe in Italien großes Potenzial, sowohl sportlich als auch organisatorisch.
London im Fokus der Expansion
Während Projekte wie Italien, Paris oder die Alpine Rams bestehende Märkte weiterentwickeln sollen, steht mit London ein möglicher neuer Schlüsselstandort im Raum. Heisler bestätigte, dass ein Team für 2026 konkret geplant ist.
„London wird ein großes Ding, wenn es kommt.“
Gleichzeitig machte er deutlich, dass ein Projekt in dieser Größenordnung nur mit den richtigen Partnern umgesetzt werden kann.
„London ist ein massiver Markt, aber auch ein sehr komplexer Markt.“
Entscheidend sei, dass die Verantwortlichen über echte lokale Erfahrung verfügen. Für Heisler ist das kein Füllprojekt, sondern ein Franchise, was sofort funktionieren wird.
„Die Leute, mit denen wir arbeiten, haben einen Vorsprung, weil sie seit Jahrzehnten im Markt aktiv sind.“
Fokus auf nachhaltiges Wachstum
Die Aussagen von Moritz Heisler zeigen eine klare strategische Linie: Die Liga setzt nicht auf schnelles Wachstum um jeden Preis, so wie viele in den Sozialen Medien sondern auf stabile Organisationen in etablierten Football-Regionen. Projekte in Italien, Frankreich und der Schweiz sollen bestehende Strukturen stärken, während London als potenzieller Schlüsselmarkt eine neue Dimension eröffnen könnte.
Ob und wann ein London-Team offiziell bestätigt wird, bleibt offen. Doch eines wurde im Interview deutlich: Die Liga arbeitet bereits intensiv daran, ihre langfristige Zukunft auf ein stabiles Fundament zu stellen.







