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Die International Arena League (IAL) will 2026 ihre erste Saison spielen und Deutschland steht dabei im Fokus. Im Podcast „Sportstunde“ hat Tom Mitchell, Chairman der IAL, ausführlich über das Konzept, die zentral gesteuerte Liga-Struktur, die geplante Fan-Experience und den Zeitplan gesprochen. Kernaussage: Die IAL will Arena Football nicht einfach „auch“ anbieten, sondern als eigenständiges Sport-Entertainment-Produkt professionell aufziehen. Mit klarer Organisation und einem Modell, das langfristig tragfähig sein soll.

Zentral gesteuert statt Einzelkämpfer: das Grundmodell der IAL

Mitchell betont, dass sich die IAL vor allem in einem Punkt von vielen bisherigen Projekten unterscheidet: Die Liga soll nicht aus Teams bestehen, die wirtschaftlich und organisatorisch jeweils allein kämpfen, sondern aus Standorten, die ligaweit durch eine zentrale Struktur unterstützt werden. Genau das sieht er als Antwort auf viele gescheiterte Football-Projekte.

„Der Unterschied ist, dass es eine zentrale Kontrolle gibt, sodass jedes Team eine sportliche Struktur bekommt.“

Mitchell beschreibt die Entwicklung als Reaktion auf eine Sportlandschaft, in der es häufig wenige starke Teams und mehrere Standorte gibt, die nicht nachhaltig mithalten können. Die IAL will dieses Gefälle durch zentrale Prozesse abfedern, unter anderem bei Ticketing, Sponsoring, Werbung und Merchandising.

Arena Football als globales Produkt und als Show

Für Mitchell ist Arena Football kein Nischenformat, sondern eine Sportart mit Historie und Entertainment-Faktor. Er verweist auf die Hochphase der Arena-Ära in den USA und leitet daraus den Anspruch ab, das Ganze global zu denken, inklusive internationalem Vergleich am Saisonende.

„Arena Football gibt es seit rund 30 Jahren. In der besten Zeit kamen im Schnitt etwa 13.000 Zuschauer und ich fand: Das sollte ein globaler Sport sein.“

Dabei geht es aus seiner Sicht nicht nur um das Spiel selbst, sondern um das „Gesamterlebnis“ in der Arena. Er beschreibt eine Umgebung, in der Tempo, Musik, Interaktion und Unterhaltung bewusst Teil des Produkts sind und nicht nur Beiwerk.

Zwei Jahre Aufbau und jetzt beginnt die Umsetzung

Mitchell macht klar: Die IAL ist keine spontane Idee, sondern ein Projekt mit Vorlauf. Über zwei Jahre sei eine komplette Liga-Struktur aufgebaut worden, von Commissioner-Organisation über Fan-Experience bis hin zu Arena-Relations. Es habe Standortbesuche gegeben, Gespräche mit Arenateams und ein bewusstes gegenseitiges „Vetting“: Die Liga prüft die Arenen, die Arenen prüfen die Liga.

„Ich bin wahrscheinlich der Einzige, der jeden Tag miterlebt, wie diese Vision Realität wird. Es ist wirklich cool zu sehen, wie die Puzzleteile zusammenkommen.“

Gleichzeitig unterstreicht er: Die IAL denkt bereits über Jahr zwei und drei nach. Expansion ist nicht erst ein Zukunftsthema, sondern Teil der aktuellen Planungen.

Deutschland im Zentrum: Start mit Stuttgart und Düsseldorf, Ziel sechs Teams

Für 2026 bestätigt Mitchell den Start mit Teams in Stuttgart und Düsseldorf. Die europäische Division soll insgesamt aus fünf Teams bestehen. Besonders auffällig: Der Chairman formuliert ein klares Deutschland-Ziel für Jahr zwei. Nicht „vielleicht“, sondern als konkrete Marke.

„Unsere Vision ist: Im zweiten Jahr sechs Teams in Deutschland. Nicht zwei, sondern sechs.“

Mitchell begründet das mit Skalierbarkeit durch das zentrale Modell. Weil viele Kernprozesse ligaweit aufgebaut werden, könne man schneller wachsen, sobald die Grundlage steht. Gleichzeitig erwähnt er, dass bereits Pitch-Runden für Arenen der zweiten Saison laufen.

Mit den Düsseldorf Warriors und den Stuttgart Stallions hat die IAL zwei deutsche Teams für die Saison 2026 announced.

Wie die Teams aufgebaut werden sollen: lokal in Deutschland, Anpassung ans Indoor-Game

Ein zentraler Punkt für den deutschen Markt: Die Teams sollen in Deutschland mit lokalen Spielern besetzt werden. Mitchell betont den Unterschied zwischen Outdoor- und Indoor-Football und dass der Spielplan so gestaltet werden müsse, dass sich Teams anpassen können. Er spricht davon, dass Outdoor-Spieler einige Spiele brauchen, bis sie im Arena-Format wirklich „angekommen“ sind. Daraus soll ein Saisonverlauf entstehen, in dem Entwicklung sichtbar wird und Spiele nicht schon früh komplett auseinanderlaufen.

Zudem beschreibt er transatlantische Elemente: Deutsche Teams könnten um Woche 10 herum in den USA spielen, während US-Teams auch nach Europa reisen sollen. Am Saisonende soll ein globales Turnier die „Besten der Welt“ ermitteln.

Fan-Erlebnis als Kern: schnell, punktreich, interaktiv

Mitchell zeichnet Arena Football als Produkt, das bewusst auf Zuschauerbindung setzt: schneller als Outdoor-Football, kürzere Eventdauer, mehr Nähe. Er erklärt auch, warum aus seiner Sicht mehr Frauen zu Arena-Spielen kommen, weil es stärker um Atmosphäre und Eventcharakter geht.

Er spricht außerdem über Regeln: weniger Laufspiel, mehr Passing, hohe Punktzahlen. Ungefähr 95 Punkte pro Spiel als Orientierung. Gleichzeitig: möglichst wenige Strafen, um das Spiel nicht zu zerstückeln. Die Fans sollen nicht nur zuschauen, sondern sich als Teil des Erlebnisses fühlen, inklusive Musik, Giveaways und Sponsor-Aktionen.

Kommunikation und Transparenz: Doku, Marketingstart und Medienpartner

Mitchell betont, dass viele Menschen Arena-Football-Zeitpläne falsch einschätzen. Große Ticketphasen liegen für gewöhnlich eher im Frühjahr. Deshalb beginne die Marketing-Offensive im Januar, mit einem steigenden Druck bis April. 90 Prozent der Ticketverkäufe würden typischerweise in Februar, März und April stattfinden.

Außerdem spricht er von einer Behind-the-Scenes-Dokumentation, die Missverständnisse verhindern und die Arbeit hinter den Kulissen zeigen soll. Zu einem Medienpartner gibt es laut Mitchell bereits eine Einigung, Details will die Liga jedoch erst offiziell bekanntgeben.

„Fans win too“: Bonus für Dauerkarten-Inhaber des Champion-Teams

Ein interessanter Baustein im Fan-Konzept ist die Aktion „Fans win too“. Mitchell beschreibt ein Modell, bei dem die Dauerkarteninhaber des Teams, das die Meisterschaft gewinnt, von der Liga eine kostenlose Verlängerung erhalten sollen. Damit will die IAL aus seiner Sicht Anreize schaffen, dass Fans früh investieren, ihre Mannschaft aktiv unterstützen und eine Heimkulisse erzeugen, die wirklich einen Unterschied macht.

Kein Zusammenschluss mit bestehenden Ligen – IAL als eigenes Format

Mitchell sieht aktuell keinen Sinn in einer Zusammenarbeit mit bestehenden europäischen Football-Strukturen. Er vergleicht das sinngemäß mit unterschiedlichen Sport-Entertainment-Formaten, die unabhängig nebeneinander bestehen können. Entscheidend sei, dass die geschäftliche Seite richtig organisiert wird und genau dort sieht er den Kern der IAL-Strategie.

Mitchells Schlusswort an die Fans

Am Ende des Interviews wird Mitchell sehr direkt: Die Liga will liefern und zwar als Erlebnis, nicht nur als Spiel.

„Schnallt euch an – das wird eine großartige Fahrt. Ihr werdet das genießen.“

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Hendrik

Hendrik gründete Foot Bowl am 30. April 2021. Mail: footbowl@gmx.net

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