Foto: Fiona Noever
Mit seinem Interview vor wenigen Tagen bei ran.de hat Zeljko Karajica noch einmal deutlich gemacht, dass die European League of Football trotz der Abspaltung fast aller Teams einen Spielbetrieb auf die Beine stellen will.
(adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});„Die Saison 2026 wird wie geplant stattfinden. Unser Spielbetrieb läuft weiter, die sportliche Planung ist in vollem Gange und wir veröffentlichen den Spielplan wie angekündigt bis Ende Februar“
Zeljko Karajica, Gründer und CEO der ELF
Mit welchen Teams will Karajica eigentlich an den Start gehen?
Ende September berichtete football-world, dass die Verträge von den Vienna Vikings, Stuttgart Surge, Rhein Fire, Frankfurt Galaxy, Wroclaw Panthers und Prague Lions ausgelaufen sind. Während Stuttgart Surge nach seinem Insolvenzantrag nicht mehr an den Start gehen dürfte, stellt sich die Frage, wiedie Lage bei den anderen zehn Teams ist. Sicher dürfte die Teilnahme der Cologne Centurions und Hamburg Sea Devils sein, da beide Franchises einen engen Draht zu Karajica haben bzw. die Sea Devils sogar dem ELF-Boss gehören.
Bei den anderen Teams ist die Lage anders. So bestätigt General Manager Rasheed Moka gegenüber Foot Bowl, dass Berlin Thunder den Vertrag der Liga gekündigt haben. Somit hat auch das letzte AFLE-Team mit vertraglichen Beziehungen zur ELF die Reißleine gezogen und ein neues Kapitel aufgeschlagen. Doch Foot Bowl hat auch bei den EFA-Teams nachgefragt. Die Madrid Bravos, Nordic Storm und Prague Lions ließen eine Anfrage bis Montag Nachmittag unbeantwortet, Die Paris Musketeers sowie Frankfurt Galaxy wollten sich nicht zu diesem Thema äußern. Ein Sprecher der European Football Alliance verweist nochmal auf die Ankündigung der Liga, 2026 mit sieben Teams an den Start gehen zu wollen.
Raiders Tirol sprechen offen über aktuelle Lage.
„Wir hatten einen bestehenden Vertrag mit der ELF, denn wir haben uns der Liga verpflichtet gefühlt“
erklärt Geschäftsführer Markus Wieser gegenüber Foot Bowl

Die Österreicher warteten in der Tat sehr lange, ob sie sich von der ELF abwenden sollten oder eben nicht. Am 9. Dezember verkündete die Liga noch die Teilnahme der Raiders, die damit auch wieder der EFA beitraten. Doch mit dem Aufkündigen der Vereinbarung zwischen den EFA und ELF Mitte Januar, war auch das ELF-Aus der Innsbrucker fix.
„Wir haben es sehr lange versucht und an die Liga mehrere Fragen gestellt, wie die Saison aussehen soll. Wir haben aber bis heute keine Antworten bekommen und seit gibt es kein Austausch seitens der Liga“
General Manager Markus Wieser gegenüber Foot Bowl
Daher entschloss sich der österreichische Spitzen Klub dazu, seinen Vertrag mit der ELF aufzukündigen.
(adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});„Da es keinerlei Rückmeldung der Liga gab, hatten wir keine andere Option“
Raiders vor Neustart in neuer Liga
Da es keinerlei Rückmeldung von den Verantwortlichen der ELF gab, mussten die Raiders reagieren und den Vertrag aufkündigen. Schließlich wollen die Tiroler mit dem neuen Head Coach Shuan Fatah angreifen.
„Wir haben uns für die EFA entschieden, weil wir der festen Meinung sind, dass es für uns das bessere und nachhaltige Konstrukt ist. Es sind ausschließlich Top-Teams dabei, und auch die Rahmenbedingungen sind sehr attraktiv.“
Mercenaries mit gleichen Problemen
Einen ähnlichen Eindruck, wie bei den Raiders Tirol, vermitteltelt auch das Schweizer Franchise Helvetic Mercenaries.
„Wir haben uns immer auf die Seite der ELF gestellt und waren sehr loyal. Für uns ist es immer noch die präferierte Lösung, aber irgendwann geht es nicht mehr“
Mercenaries Owner Sandro Moor gegenüber Foot Bowl

Ihn stört wie auch Wieser, dass die Liga immer wieder Ultimati verstreichen ließ und nicht zu erreichen war.
„Sie antworten weder auf Anrufe noch auf E-Mails und Briefe“
Sandro Moor
Immerhin: Rund um den Jahreswechsel telefonierte Moor noch mit Karajica und machte deutlich, dass er nicht nur endlich Planungssicherheit braucht, sondern auch die vertraglich versprochenen Gelder. Doch auf Letzteres wartet er bis heute vergebens, weswegen Moor die Reißleinie zog und den Vertrag kündigte. Im Gegensatz zu den Raiders entschieden sich die Mercenaries jedoch dazu, eine Kooperation mit den Basel Gladiators einzugehen.
„Wir freuen uns, mit den Gladiators Basel nun gemeinsam Sache machen zu können und mit unserem Wissen und Ressourcen zu helfen“
so der Owner der Mercenaries
Somit scheint es doch sehr ungewiss, ob die Liga wirklich an den Start gehen wird. Zumal sich die ELF mitten in einem Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung befindet.
„Der Sanierungsauftakt ist gut gelungen, das liegt insbesondere am tatkräftigen Einsatz der Mitarbeitenden. Der Geschäftsbetrieb wird – wie angekündigt – regulär fortgeführt, es laufen derzeit weiterhin konstruktive Gespräche mit Investoren. Auf dieser Basis werden dann die nächsten Schritte im Verfahren definiert
Sprecherin aus dem Eigenverwaltungsverfahren der ELF auf Foot Bowl-Anfrage
Fraglich ist jedoch, wann das Insolvenzverfahren offiziell verkündet wird. Auf Nachfrage beim zuständigen Insolvenzgericht konnte ein Sprecher keine Auskunft geben, da dieses Verfahren eben noch nicht eröffnet wurde.
„Der Austausch verläuft in gewohnter Weise konstruktiv“
Sprecherin aus dem Eigenverwaltungsverfahren der ELF
Somit könnte es noch einige Zeit dauern, bis endgültig Klarheit herrscht, ob sich die vollmundige Ansage von Karajica bestätigen wird.
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