Im Podcast Fourth Down Fiasko hat sich Michael Planeta ausführlich zur neuen EFA geäußert und dabei einen selten klaren Blick hinter die Kulissen gegeben. Planeta ist Majority Owner von Nordic Storm und betonte zu Beginn: Er sei nicht Chairman der EFA, sondern „nur Mitglied“ im entsprechenden Gremium. Damit setzte er gleich den Ton für das, was sich durch das gesamte Gespräch zog: Fakten, Einordnung, und immer wieder der Versuch, die EFA als Governance Projekt zu erklären, nicht als bloßes Rebranding der ELF.

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EFA aus seiner Sicht: Franchises sollen wirklich gemeinsam entscheiden

Planeta beschreibt die EFA als Struktur, die sich bewusst am NFL Prinzip orientiert, ohne sich mit der NFL gleichzusetzen. Der Kern sei, dass die Teams gemeinsam Regeln und Standards setzen, statt sie „von oben“ zu bekommen. Sein Bild davon ist eindeutig:

„Meine Rolle ist wie bei jedem anderen auch, eine Mitgliedsfranchise zu sein und im Prinzip das zu tun, was die NFL macht, nämlich dass alle den gleichen Einfluss haben und gemeinsam entscheiden.“

Michael Planeta

Dahinter steckt ein Grundgedanke, den er mehrfach betont: Stabilität, Planbarkeit und Wachstum sollen nicht Zufall oder Hoffnung sein, sondern Ergebnis einer belastbaren Struktur.

„Besser“ als die ELF? Planeta wählt bewusst ein anderes Wort

Besonders interessant war seine Differenzierung, als er gefragt wurde, ob die EFA „besser“ als die ELF sei. Planeta weicht dem Vergleich nicht aus, formuliert aber bewusst anders:

„Ich finde ‘anders’ ist das bessere Wort als ‘besser’.“

Er gibt der ELF sogar ausdrücklich Kredit. Fünf Jahre Football, steigendes sportliches Niveau, Marketing, Fan Aufbau. Das sei real gewesen und habe funktioniert. Der Unterschied liege für ihn nicht in der Spielqualität, sondern in der Arbeitsweise hinter den Kulissen: mehr Abstimmung zwischen den Teams, mehr Austausch, mehr gemeinsame Leitplanken.

Transparenz: Erst intern, dann nach außen

Das Buzzword „Transparenz“ wurde im Podcast frontal angesprochen, inklusive der Fan Kritik, dass viele Ligen das Wort nutzen und dann monatelang nichts sagen. Planeta trennt Transparenz in zwei Ebenen:

  1. Transparenz zwischen den Teams, damit Vertrauen und Governance funktionieren
  2. Transparenz gegenüber Fans und Medien

Seine Erklärung, warum es nach außen lange still war, ist pragmatisch: Man habe intern so viel klären müssen, dass man nach außen nichts Falsches versprechen wollte.

„Wir wollten nichts erzählen, das am Ende nicht stimmt oder noch nicht so steht, dass wir dafür geradestehen können. Transparenz kommt, aber es brauchte viel Arbeit hinter den Kulissen.“

Michael Planeta

Damit rechtfertigt er die Verzögerung nicht als Geheimniskrämerei, sondern als Prozesslogik, räumt aber indirekt ein, dass diese Phase kommunikativ teuer war.

AFLE/EFA Zusammenschluss? Planeta will ihn, aber glaubt nicht an einen schnellen Frieden

Beim Thema EFA versus AFLE zeigt Planeta eine Haltung, die viele Fans teilen dürften. Er sagt klar, dass eine Spaltung Europas niemandem hilft:

„Ich stimme zu, das Beste für die gesamte europäische Football Community ist eine Einigung. Eine geteilte Liga oder viele Ligen sind nichts Gutes für Football.“

Michael Planeta

Gleichzeitig dämpft er Erwartungen. Hoffnung sei da, aber Hoffnung sei kein Zeitplan. Entscheidend seien Governance, Vertrauen, Business Modell, gemeinsame Werte, Finanzen und sogar Persönlichkeiten. Das ist bemerkenswert offen, weil er damit sagt: Selbst wenn alle „Einigung“ wollen, kann sie an Menschen und Strukturen scheitern.

Warum wechselten Teams aus der EFA zur AFLE? Planeta sagt: Ich weiß es nicht

Ein Punkt, der journalistisch wichtig ist: Er verweigert keine Antwort, aber er behauptet auch nichts. Auf die Frage, warum vier Teams plötzlich aus der EFA in die AFLE gingen, antwortet er sinngemäß: Er könne es nicht erklären.

„Ich kann das nicht beantworten. Ich kenne den genauen Weg nicht, warum sie sich entschieden haben, aus der EFA zu springen. Ich habe Ideen und Vermutungen, aber keine genaue Begründung.“

Michael Planeta

Diese Aussage ist ehrlich und zeigt gleichzeitig, wie wenig geschlossen selbst ein neues Konstrukt in der Anfangsphase noch sein kann.

Überprüfungen und Geld: EFA will Teams härter prüfen

Planeta spricht ein Thema an, das über Jahre immer wieder wie ein Schatten über europäischem Pro Football lag: Zahlungsprobleme, Insolvenzen, Teams, die kommen und gehen. Er nennt sogar Beispiele aus der Vergangenheit, etwa Istanbul. Die Antwort der EFA darauf sei ein Expansion Prozess mit KPIs und einem Komitee, das Bewerber überprüft: Eigentümerstruktur, Glaubwürdigkeit, Finanzkraft, Infrastruktur, Backing. Und er macht deutlich, dass so ein Prozess Zeit kosten soll: ungefähr ein Jahr.

Seine Logik ist klar: Wenn man Stabilität will, muss man den Eintritt in die Liga so schwer machen, dass unseriöse Projekte früh aussortiert werden.

Expansion: Interesse sei riesig, aber es gibt einen Flaschenhals

Er bestätigt viele Gespräche mit potenziellen Märkten, bleibt aber bei offiziellen Punkten vorsichtig. London und Italien seien bereits als bekannte Ziele im Raum. Weitere Teams könnten kommen, aber nur, wenn der Prüfprozess greift. Auf die Frage nach Wunsch Städten nennt er als „Lücken“ unter anderem die Niederlande, Teile Ostdeutschlands und auch die Schweiz, betont aber immer wieder: Ohne genug Homegrown Basis und ohne stabile Geldgeber sei Expansion brandgefährlich.

Und dann kommt ein Satz, der hängen bleibt: Er sagt, diese Saison werde sportlich extrem hart, weil es „keine leichten Spiele“ gebe.

„Die Qualität wird extrem hoch sein. Das macht mich auch etwas nervös. Es wird keine einfachen Spiele geben.“

Michael Planeta

TV und Streaming: vermutlich ähnlich wie in der ELF

Für internationale Fans ist ein Punkt entscheidend: Wie kann man die Liga schauen? Planeta spricht von laufenden Verhandlungen, deutet aber an, dass es „sehr nah“ an dem bleiben dürfte, was man aus der letzten Saison kannte. Das ist kein konkreter Deal, aber ein klares Signal: Man weiß, dass Reichweite ohne einfaches Streaming ein Problem wäre.

Nordic Storm als „Team des Nordens“ und ein Blick in die eigene Werkstatt

Spannend war auch, wie Planeta den Markt seines Franchises Nordic Storm beschreibt. Er sieht für Nordic Storm eine einzigartige Position, weil es im Norden keine direkte Konkurrenz auf Pro Level gebe. Sein Wunschbild ist fast schon Marketing Leitlinie: Er will in Helsinki Menschen mit Nordic Storm Cap sehen.

Er spricht zudem ungewöhnlich offen über den Aufbau einer Franchise. Das Pro Level habe viel mehr Bürokratie, Paperwork und Aufwand als erwartet. Rückblickend sagt er, er hätte von Tag eins an mehr Personal eingestellt. Und er erklärt, warum ihr ursprüngliches Modell einer „Fans als Minderheits Eigentümer“ Idee nicht wie erhofft skaliert hat: zu hohe administrative und juristische Kosten. Trotzdem bietet er an, dass es aktuell eine neue Investment Runde gebe.

Fazit: EFA als Strukturprojekt, nicht als Slogan

Was aus dem Podcast hängen bleibt, ist vor allem das: Planeta verkauft die EFA nicht als Heilsversprechen, sondern als Governance Ansatz. Er gibt der ELF Respekt, er will Einigung, aber er spricht auch offen über Reibung, Prozesse und Grenzen. Seine Kernaussage lässt sich so zusammenfassen: Wenn Europa langfristig Profi Football will, muss es ein System geben, das Teams prüft, Regeln durchsetzt, Finanzen ernst nimmt und intern funktioniert, bevor es nach außen glänzt.

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Hendrik

Hendrik gründete Foot Bowl am 30. April 2021. Mail: footbowl@gmx.net

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