Mit den Alpine Rams betritt ein neues Schweizer Team die europäische Football Bühne: Das Franchise aus Biel startet 2026 in der American Football League Europe. Zwar erst Mitte November vergangenen Jahres offiziell gegründet, hat das Team dennoch große Ziele. Besonders spannend: Hinter dem Projekt stehen mehrere bekannte Gesichter aus dem bisherigen Schweizer Football Umfeld.

Dabei setzt das Franchise auf Joshua Fitzgerald. Der US Amerikaner war zuletzt Head Coach und General Manager der Helvetic Mercenaries und kennt die Probleme des Schweizer Franchise Footballs entsprechend genau. Schon während seiner Zeit bei den Mercenaries habe er gemerkt, dass Veränderungen notwendig seien. Gleichzeitig wollte er die bestehenden Spieler weiterhin bestmöglich unterstützen und entwickelte dadurch langsam die Idee eines eigenen Projekts.

„Ich wusste schon im August oder September, dass wir etwas anders machen müssen. Aber ich habe trotzdem weitergearbeitet, denn ich war entschlossen, meinen Jungs zu helfen, sie besser zu machen, ihnen etwas Neues zu geben.“

Joshua Fitzgerald, HC Alpine Rams

Zusammen mit Unternehmer Olly Masion entstand daraus schließlich die Idee der Alpine Rams. Manson war zuvor bereits Sponsor der Mercenaries und gehörte laut Fitzgerald zur internen Unterstützergruppe rund um Sandro Moor. Beide seien letztlich zu der Überzeugung gekommen, dass man den Schweizer Football professioneller und nachhaltiger aufbauen könne.

Hochkarätiger Kader für die Premierensaison

Das Interesse am neuen Projekt war offenbar direkt nach der Gründung groß. Fitzgerald berichtet von zahlreichen Spielern, die sich innerhalb kürzester Zeit bei den Rams meldeten. Besonders auffällig sei dabei gewesen, dass viele Schweizer Spieler Interesse gezeigt hätten. Genau das sei ein wichtiger Bestandteil der langfristigen Vision des Teams.

„Ich habe kurz nach der Gründung einen Recruiting Link in meiner Story gepostet. Innerhalb von zwei Tagen haben sich 54 Spieler gemeldet. Ich würde sagen, ungefähr die Hälfte davon waren Schweizer Spieler.“

Joshua Fitzgerald, HC Alpine Rams

Auch sportlich haben die Rams bereits einige bekannte Namen verpflichtet. Mit Spielern wie DeMarco Artis, Jack Loew, Devan Burrell, Chad Walrond, Kevin Kaya oder Timothy Schürmann kommt viel Erfahrung aus ELF nach Biel. Fitzgerald sieht sein Team deshalb bereits jetzt in einer guten Ausgangslage für die erste Saison. Vor allem die Mischung aus Schweizer Spielern, Athletik und Imports gefällt ihm.

„Ich bin sehr glücklich mit der Mannschaft. Ich glaube, wir haben uns in eine Lage gebracht, in der wir erfolgreich sein können.“

Joshua Fitzgerald, HC Alpine Rams

Dabei übernimmt Fitzgerald erneut eine Doppelrolle als Head Coach und General Manager. Gleichzeitig betont er jedoch, dass er langfristig Strukturen schaffen wolle, die nicht dauerhaft von einer einzelnen Person abhängig sind. Unterstützung erhält er dabei unter anderem von Thomas Pluess im Front Office.

„Ich bin nicht der Typ, der alles kontrollieren muss. Aber ich habe eine Vision, wie die Dinge laufen sollen, und ich werde hart daran arbeiten, dass das passiert.“

Joshua Fitzgerald, HC Alpine Rams

Zusammenarbeit mit dem Verband als Schlüssel?

Die Alpine Rams wollen sich bewusst von den bisherigen Schweizer ELF Projekten unterscheiden. Gerade zu Beginn gab es jedoch deutliche Kritik seitens des Schweizer Verbandes SAFV. Dort befürchtete man negative Auswirkungen auf die nationale Football Struktur und die Nachwuchsarbeit. Mittlerweile scheint sich die Situation allerdings etwas beruhigt zu haben.

Fitzgerald betont mehrfach, dass die Rams langfristig eng mit lokalen Vereinen und der Schweizer Football Community zusammenarbeiten wollen. Für ihn sei klar, dass nachhaltiger Erfolg nur möglich sei, wenn junge Spieler früh gefördert werden und die lokalen Clubs profitieren.

„Was passiert, wenn wir die nächsten zwei Jahre Spieler holen, aber für die Zeit danach keine Spieler ausbilden? Das wäre nicht clever für den Sport und was wir für die Community machen wollen.“

Joshua Fitzgerald, HC Alpine Rams

Der US Amerikaner spricht dabei offen über mögliche Kooperationen, Unterstützung für Vereine und Investitionen in die Entwicklung junger Spieler. Konkrete Maßnahmen nannte er zwar noch nicht, dennoch scheint das Thema intern bereits eine große Rolle zu spielen.

„Wenn wir gut sein wollen, müssen wir anfangen, wenn die Spieler jung sind. Wie können wir unsere Expertise einbringen? Können wir finanzielle Hilfe geben oder was auch immer nötig ist?“

Joshua Fitzgerald, HC Alpine Rams

Auch die Besitzverhältnisse der Rams sorgten zuletzt für Diskussionen. Offiziell gilt Olly Masion als Owner, während im Schweizer Register zunächst Manuel Elmar Alexander Schwarz als Gesellschafter auftauchte. Fitzgerald erklärte jedoch, dass es sich dabei lediglich um den Anwalt von Masion handle, der den Gründungsprozess begleitet habe.

Sportlich formuliert Fitzgerald unterdessen klare Ziele. Als Vorbild nennt er Nordic Storm, das direkt im ersten Jahr die Playoffs erreichte. Auch die Rams wollen schnell konkurrenzfähig sein und endlich beweisen, dass Schweizer Football auf europäischem Niveau erfolgreich sein kann.

„Ich glaube, dass dies das erste Jahr ist, in dem ein Schweizer Team einen positiven Record haben wird. Ich glaube, die Sterne stehen perfekt für uns. Natürlich würde ich uns gerne im Meisterschaftsspiel sehen. Aber dafür müssen wir alles richtig machen.“

Joshua Fitzgerald, HC Alpine Rams
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