Foto: B.C. Lions
Die Panthers Wrocław sorgen für ein Novum in The League Europe: Mit der Verpflichtung des Kanadiers Dylan St. Pierre ist der erste I-Import-Spot der AFLE-Geschichte offiziell vergeben. Der vielseitige Offensivspieler wechselt direkt aus dem Umfeld der Canadian Football League nach Europa und bringt damit internationale Erfahrung auf höchstem Niveau nach Wrocław.

Von Ottawa in die Profiliga
St. Pierre wuchs in Ottawa auf und spielte bereits an der St. Francis Xavier C.H.S., bevor er seine College-Karriere bei den Ottawa Gee-Gees fortsetzte. Zwischen 2016 und 2022 absolvierte er 33 Spiele für die Universitätsmannschaft, hauptsächlich als Wide Receiver. In dieser Zeit sammelte er 45 Receptions für 444 Yards und fünf Touchdowns.
Eine seiner stärksten Spielzeiten hatte er 2019, als er 23 Pässe für 212 Yards fing. Besonders in Erinnerung blieb eine Partie gegen York, in der er mit sieben Catches maßgeblich zum Erfolg beitrug. Neben seiner Rolle im Passspiel kam er regelmäßig in den Special Teams zum Einsatz und stellte später seine Vielseitigkeit unter Beweis, als er zusätzlich Aufgaben als Fullback übernahm.
Entwicklung in der CFL
Nach dem College arbeitete St. Pierre konsequent an seinem Sprung in den Profibereich. Er nahm am CFL National Combine teil und empfahl sich in einem Free-Agent-Camp für höhere Aufgaben. Schließlich erhielt er eine Chance bei den BC Lions. Dort sammelte er Erfahrungen im Practice Roster und wurde sogar für das Western Final aktiviert – wertvolle Eindrücke im professionellen Umfeld einer der traditionsreichsten Ligen Nordamerikas.

Die Jahre in Kanada formten ihn zu einem physisch starken, disziplinierten und flexibel einsetzbaren Offensivspieler. Genau diese Eigenschaften machten ihn für die Panthers besonders interessant.
Neue Rolle in Wrocław
In Wrocław ist St. Pierre primär als Tight End eingeplant. Seine Vergangenheit als Wide Receiver verschafft ihm Vorteile im Route-Running und im Passspiel, während seine Zeit als Fullback seine Physis und Blocking-Fähigkeiten geschärft hat. Damit bringt er ein Gesamtpaket mit, das modernen Offenses viele Möglichkeiten eröffnet.
Im Interview betonte er selbst, dass er sowohl als Ziel im Passspiel als auch als kompromissloser Blocker in der Lauf-Offensive Akzente setzen möchte. Seine Fähigkeit, sich an unterschiedliche Systeme anzupassen, sieht er als große Stärke – gerade im Hinblick auf die Umstellung von den kanadischen auf die europäischen beziehungsweise amerikanischen Regeln.
Warum Europa? Warum Panthers?
Für St. Pierre war der Schritt nach Europa eine bewusste Entscheidung. Nach dem Ende seiner Zeit bei den BC Lions wollte er weiterhin auf hohem Niveau spielen. Die AFLE als aufstrebende Elite-Plattform in Europa bot ihm genau diese Perspektive.
Eine wichtige Rolle bei seiner Entscheidung spielten auch Gespräche mit ehemaligen Weggefährten: Maxime Rouyer und Coach Cory McDiarmid, die bereits Verbindungen zu den Panthers hatten, sprachen in höchsten Tönen von Organisation, Stadt und Umfeld. Nach diesen Eindrücken fiel die Entscheidung für Wrocław schnell – innerhalb kürzester Zeit war der Wechsel fix.
Ambitionen klar formuliert
Individuell setzt sich der Kanadier hohe Ziele: Er will ein zentraler Bestandteil des Passspiels werden und gleichzeitig als Blocker im Laufspiel dominieren. Teamseitig ist das Ziel klar formuliert: Die Meisterschaft soll nach Wrocław geholt werden.
Mit der Verpflichtung von Dylan St. Pierre sichern sich die Panthers nicht nur internationale Qualität, sondern schreiben gleichzeitig Geschichte in der AFLE. Der erste I-Import-Spot ist vergeben – und er geht an einen Spieler, der Vielseitigkeit, Professionalität und Hunger auf Erfolg vereint.
Die Offense der Panthers bekommt damit ein neues, spannendes Element.







