Foto: Foot Bowl/Just Shots

Mit dem Start der European Football Alliance entsteht nicht nur eine neue Liga, sondern auch eine neue Schiedsrichterstruktur. Verantwortlich dafür ist Frank Kristensen, der als Head of Officiating den gesamten Aufbau leitet. Im Gespräch zeichnet er ein positives Bild der ersten Wochen – trotz vieler offener Fragen rund um Ligen, Teams und Rahmenbedingungen.

Großer Zuspruch zum Start

Gleich zu Beginn zeigt sich Kristensen sehr zufrieden mit der Resonanz aus dem Officiating-Bereich. Bereits in den ersten Tagen habe sich gezeigt, wie groß das Interesse an der neuen Liga ist.

„Es war bisher eine verrückte Woche, aber für eine erste Woche war es fantastisch. Ich hatte sehr viele Schiedsrichter, die sich gemeldet haben, viel Interesse und bereits viele Bewerbungen. Wir hatten vergangene Woche unser Kickoff-Meeting mit mehr als 80 Teilnehmern und setzen die Trainings jetzt fort. Die Zukunft sieht sehr gut aus, und ich freue mich sehr darauf.“

Wie viele Schiedsrichter braucht die EFA?

Wie viele Offizielle letztlich benötigt werden, hängt stark von der finalen Team- und Spielanzahl ab. Kristensen rechnet aktuell mit einem überschaubaren, aber gut abgesicherten Bedarf.

„Wenn wir bei sieben Teams landen, bedeutet das drei Spiele pro Wochenende und damit mindestens drei Crews. Ideal wäre eine zusätzliche Crew als Backup. Gerade im Juli und August wird die Verfügbarkeit durch Urlaubszeiten geringer, deshalb rechne ich insgesamt mit etwa fünf Crews.“

Zusätzlich plant Kristensen mit sogenannten „Bubble Officials“, also Schiedsrichtern, die noch nicht fest im Kader sind, aber bereits für die Zukunft aufgebaut werden.

Offenes System für Offizielle

Aktuell setzt die EFA bewusst auf ein offenes Verfahren. Eine feste Verpflichtung sei noch kein Muss, erklärt Kristensen.

„Im Moment ist alles offen. Alle Schiedsrichter sind eingeladen, am Preseason-Training teilzunehmen. Ich wollte erst sehen, wie groß das Interesse ist. Eine formale Bewerbung und eine verbindliche Zusage werden erst später folgen.“

Einsatz auch in anderen Ligen möglich

Trotz der neuen Liga verfolgt Kristensen keinen Abschottungskurs. Nationale und andere internationale Einsätze bleiben erlaubt.

„Die Schiedsrichter können dort arbeiten, wo sie möchten – in nationalen Ligen oder auch in anderen europäischen Profiligen. Mir ist aber wichtig, dass möglichst wenige Offizielle möglichst viele Spiele machen, damit sie in einen Rhythmus kommen. Das ist besser für Schiedsrichter, Teams, Coaches und letztlich für die Liga.“

Aufbauarbeit als Vollzeitaufgabe

Offiziell ist die Rolle des Head of Officiating eine Teilzeitstelle. In der Realität sieht das aktuell anders aus.

„Offiziell ist es wahrscheinlich ein Teilzeitjob, aber im Moment ist es praktisch das Einzige, was ich mache – vom Aufstehen bis zum Schlafengehen. Wir bauen hier etwas von Grund auf, da gibt es sehr viel zu tun.“

Genug Schiedsrichter für mehrere Ligen?

Die Frage, ob Europa genug Offizielle für mehrere pan-europäische Ligen hat, beantwortet Kristensen pragmatisch.

„Letztes Jahr hatte die ELF 16 Teams, dieses Jahr könnten es sieben hier und sieben dort sein. Das sind insgesamt weniger Teams. Die Anzahl der Schiedsrichter ist da – meine Aufgabe ist es jetzt, alle auf denselben Stand zu bringen und richtig vorzubereiten.“

Warum die EFA?

Auch persönlich war die Entscheidung für die EFA bewusst gewählt.

„Ich hätte auch als On-Field-Official in eine andere Liga gehen können. Aber die EFA war für mich eine großartige Gelegenheit. Ich kann mit Menschen arbeiten, mit denen ich gerne arbeite, und helfen, gute europäische Schiedsrichter noch besser zu machen. Außerdem kann ich planen und strukturieren – das passt perfekt zu mir.“

Planung trotz Unsicherheit

Auch ohne exakten Saisonstart läuft die Arbeit im Hintergrund weiter.

„Ich weiß, dass die Saison kommt, ungefähr wann sie kommt und wie viele Teams es geben wird. Viele Dinge – wie Training oder Review-Systeme – können wir auch ohne exakte Termine vorbereiten.“

NFL-Regeln, Replay und Overtime

Regelseitig setzt die EFA auf Kontinuität.

„Wir bleiben bei den NFL-Regeln, beim Replay-System und übernehmen auch die neue NFL-Overtime, bei der beide Teams Ballbesitz bekommen. Es gibt keinen Grund mehr, an der NCAA-Overtime festzuhalten.“

Vertrauen als Schlüsselthema

Ein zentrales Thema aus der Vergangenheit ist für Kristensen der Vertrauensaufbau.

„Man kann Menschen ersetzen, aber Vertrauen nicht. Vertrauen muss man sich erarbeiten. Das ist ein Drei-Stufen-Prozess: erklären, wofür ich stehe, sagen, was ich tun werde – und es dann liefern. Je besser mir das gelingt, desto schneller kommt das Vertrauen zurück.“

Fokus auf die eigene Arbeit

Diskussionen über mögliche Gespräche zwischen EFA und AFLE lässt Kristensen bewusst außen vor.

„Es gibt keine Gespräche zwischen den Schiedsrichtergruppen. Solange nichts konkret ist, konzentriere ich mich darauf, meine Offiziellen für die EFA und die sieben bekannten Teams vorzubereiten.“

Für Frank Kristensen ist klar: Der Aufbau der Officiating-Struktur ist ein zentrales Fundament für die neue Liga und genau darauf liegt aktuell der volle Fokus.

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Hendrik

Hendrik gründete Foot Bowl am 30. April 2021. Mail: footbowl@gmx.net

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