Nach turbulenten Monaten im europäischen Football stellte sich Moritz Heisler, COO und Managing Director der AFLE, in der Erdinger Brauhaus Webshow ausführlich den kritischen Fragen der Community. Dabei ging es weniger um Spielzüge, sondern um die zentralen Themen Finanzierung, Transparenz, Governance und verlorenes Vertrauen. Punkte, die für die Zukunft der Liga entscheidend sein dürften.
Das Video auf Foot Bowl TV
Investor: kein Geheimnis für die Teams
Ein zentraler Punkt der Diskussion war die immer wieder aufkommende Frage nach dem Investor der AFLE. Heisler stellte klar, dass es sich um ein Family Office handelt, hinter dem mehrere vermögende Einzelpersonen aus unterschiedlichen Branchen stehen, darunter Tech, Immobilien, Logistik und Rohstoffe.
Wichtig dabei: Auch wenn nicht jedem Fan offengelegt wird, wer genau alles hinter dem Family Office steht, für die Teams ist die Finanzierungsquelle kein Geheimnis.
„Wenn man die Teams fragt, wissen sie sehr genau, wo das Geld herkommt. Es gibt sogar ein geplantes Meeting mit dem Investor“
COO und Managing Director Moritz Heisler in der Erdinger Brauhaus Webshow
Spekulationen über angebliche Einzelpersonen wies er deutlich zurück und betonte, dass die AFLE bewusst nicht mit öffentlicher Namensnennung arbeitet – ein Vorgehen, das auch in anderen Ligen üblich sei.
Leaks und Term Sheets: klare Grenze
Deutlicher wurde Heisler beim Thema geleakter Dokumente. Das Durchstechen von Term Sheets oder Vertragsinhalten lehnt er und die AFLE kategorisch ab.
„Das verletzt Integrität und partnerschaftliches Verhalten massiv“,
COO und Managing Director Moritz Heisler gegenüber Foot Bowl
Zugleich räumte er ein, dass in geleakten Dokumenten oft ein „Kern Wahrheit“ stecke, allerdings seien viele dieser Papiere längst überholt. Seit ersten Entwürfen habe es teils über 20 Änderungen gegeben, häufig sogar zum Vorteil der Teams. Entscheidend sei für ihn, dass solche Inhalte nichts auf Social Media zu suchen haben.
Neue Governance: Teams stärker einbinden
Ein klarer Unterschied zur Vergangenheit soll die Governance-Struktur der AFLE werden. Künftig sollen zentrale Bereiche wie Sport, Finanzen, Media und Business in Komitees organisiert sein, in denen die Teams aktiv mitarbeiten und mitentscheiden.
„Ohne Teams gibt es keine Liga – und ohne Liga müssen Teams noch mehr investieren“
COO und Managing Director Moritz Heisler gegenüber Foot Bowl
Ziel sei es, Entscheidungen nicht mehr isoliert zu treffen, sondern gemeinsam, mit klaren Prozessen und fairen Abstimmungen.
Vertrauen zurückgewinnen: Qualität statt schneller Schlagzeilen
Heisler machte keinen Hehl daraus, dass Vertrauen bei Fans, Dienstleistern und Partnern zurückgewonnen werden muss. Die AFLE setzt deshalb bewusst auf Qualität statt Geschwindigkeit.
„Wir sagen Dinge erst dann, wenn sie handfest sind. Alles andere führt nur zu noch mehr Enttäuschung.“
Moritz Heisler in der Erdinger Brauhaus Webshow
Konkret bedeutet das, mit einer kleinen Spitze gegen den ELF-CEO: keine Ticketverkäufe für Jahre im Voraus, saubere Merchandise-Prozesse, bessere Stadien, funktionierendes Ticketing und ein spürbar verbessertes Game-Day-Erlebnis. Dazu gehört auch ein neues Qualitätsmanagement, bei dem Teams besucht und Abläufe vor Ort überprüft werden.
Kommunikation statt Eskalation
Auch zum teils aggressiven Ton von Fans und Hobby-Facebook-Bloggern in sozialen Netzwerken bezog Heisler Stellung. Kritik sei legitim und wichtig. Persönliche Angriffe, Leaks und Diffamierungen hingegen nicht.
„Wir machen nicht alles perfekt. Aber wir sind die Ersten, die sagen: Das war ein Fehler und wir machen es besser.“
COO und Managing Director Moritz Heisler gegenüber Foot Bowl
Die AFLE wolle künftig noch mehr dialogorientierte Formate anbieten, um Fragen offen zu beantworten und Transparenz dort zu schaffen, wo es möglich ist.
Die AFLE will sich nicht über schnelle Versprechen definieren, sondern über Strukturen, Einbindung und Verlässlichkeit. Ob dieser Ansatz aufgeht, wird sich erst auf Dauer zeigen. Die Richtung ist jedoch klar: weniger Chaos, mehr Governance, mehr Vertrauen.
Das könnte dich auch interessieren
- Governance und Vertrauen: Wie die AFLE Stabilität schaffen will
- Nächster Galaxy Baustein für zweiten „First Ever“ Titel vorgestellt
- NFL-Power: Vikings holen Bernhard Seikovits
- AFLE: Nicht größer, schneller, lauter, sondern planbar, belastbar, langfristig
- Frankfurt Galaxy setzt auf Stabilität in der Offensive Line






