Foto: PFA/Rico Doninelli
Nordic Storm ist der erste Champion in der Geschichte der European Football Alliance. Im Championship Game im Tivoli Stadion Tirol setzte sich das Team aus Skandinavien mit 48:28 gegen die Munich Ravens durch und krönte damit eine Saison, in der beide Mannschaften über Monate hinweg das Niveau der neuen Liga bestimmt hatten. Am Ende war es jedoch Storm, das auf der größten Bühne die entscheidenden Fehler vermied, offensiv konsequenter punktete und sich den ersten Titel der EFA sicherte.
Dabei passte vieles zu dem Bild, das Nordic bereits während der Regular Season abgegeben hatte. Nur einen Tag zuvor war Quarterback Jadrian Clark zum ersten MVP der Ligageschichte gewählt worden. Brendan Beaulieu erhielt die Auszeichnung als Offensive Player of the Year, Luke Glenna wurde Defensive Player of the Year und Glen Toonga Comeback Player of the Year. Im Finale bestätigten mehrere dieser Akteure noch einmal eindrucksvoll, warum die wichtigsten individuellen Awards der Saison nach Skandinavien gegangen waren.
Clark führt Storm zum Traumstart
Nordic machte bereits im ersten Viertel deutlich, dass das Team nicht nach Innsbruck gekommen war, um sich langsam in das Finale hineinzuspielen. Trotz mehrerer schwieriger Situationen im ersten Drive behielt Clark die Ruhe und fand bei Third and Long Simon Føns tief für einen 51-Yard-Touchdown. Die Ravens antworteten zwar mit einem langen Drive über 13 Spielzüge und verkürzten durch einen Vier-Yard-Lauf von Justus Seelig auf 6:7, der anschließende Extrapunkt wurde jedoch geblockt.
Storm blieb offensiv im Rhythmus. Clark bediente zunächst Brendan Beaulieu für 35 Yards und fand wenig später erneut Føns, diesmal über 15 Yards zum nächsten Touchdown. Der Receiver wurde damit früh zu einem der auffälligsten Spieler des Abends und beendete das Championship Game mit vier Receptions für 116 Yards und zwei Touchdowns.

Im zweiten Viertel begann Nordic schließlich, sich deutlicher abzusetzen. Ein missglückter Punt Snap der Ravens brachte Storm tief in Münchner Territorium in Ballbesitz. Vier Spielzüge später fand Clark Edvin Almeida über 16 Yards zum Touchdown, Glen Toonga sorgte mit der Two Point Conversion für das 21:6.
Munich hatte anschließend mehrfach die Möglichkeit, den Rückstand wieder zu verkürzen. Ein möglicher Touchdown wurde jedoch wegen einer illegalen Formation zurückgenommen, später verfehlte Daniel Schweiger ein Field Goal aus 36 Yards. Genau diese verpassten Chancen sollten sich rächen.
Kurz vor der Pause setzte Nordic noch einmal nach. Clark führte seine Offense in nur 1:26 Minuten über 81 Yards und fand schließlich Beaulieu über 27 Yards in der Endzone. Der frisch gekürte Offensive Player of the Year bestätigte damit seine herausragende Saison auch im wichtigsten Spiel des Jahres. Nach 91 Receptions für 1.556 Yards und 19 Touchdowns in der Regular Season fing Beaulieu im Finale acht Pässe für 103 Yards und einen weiteren Score. Mit einer komfortablen 28:6-Führung ging Storm in die Kabine.
Munich kämpft sich noch einmal zurück
Wer nach der Pause mit einer schnellen Entscheidung gerechnet hatte, wurde zunächst eines Besseren belehrt. Die Ravens stabilisierten sich defensiv und zwangen Nordic mehrfach zum Punt. Gleichzeitig fand Russell Tabor offensiv besser ins Spiel. Nach einem Pass auf Justus Seelig stand Munich kurz vor der Endzone, ehe Tabor selbst über einen Yard zum Touchdown lief. Seelig verwandelte anschließend die Two Point Conversion und verkürzte auf 14:28.
Tabor kämpfte sich trotz des Rückstands zu starken Zahlen. Der Quarterback beendete die Partie mit 385 Passing Yards. Louis Geyer fing sieben Pässe für 114 Yards, Malik Stanley kam auf 92 Receiving Yards und Seelig steuerte neben seinen beiden Rushing Touchdowns weitere 69 Yards durch die Luft bei.
Einfach machte es ihnen Nordic allerdings nie. Die Storm Defense setzte Tabor konstant unter Druck und verbuchte insgesamt fünf Sacks. Besonders Luke Glenna unterstrich noch einmal, warum er am Vorabend zum Defensive Player of the Year gewählt worden war. Der Defensive Back kam auf zwölf Tackles und zwei Sacks. Ludvig Myrén verbuchte ebenfalls zwölf Tackles sowie einen Sack.
Zu Beginn des Schlussviertels übernahm dann zunehmend Glen Toonga. Der Running Back, der nach seinem Comeback zum Comeback Player of the Year gewählt worden war, vollendete zunächst einen Drive mit einem Ein-Yard-Touchdown zum 35:14. Wenig später fing Hugo Dyrendahl einen Pass von Tabor ab und verschaffte Storm hervorragende Feldposition. Sechs Spielzüge später lief Toonga aus zehn Yards erneut in die Endzone.
Mit 89 Rushing Yards bei 20 Carries und zwei Touchdowns spielte Toonga gerade in der entscheidenden Phase seine Erfahrung aus. Nordic kam insgesamt auf 125 Rushing Yards und drei Touchdowns am Boden und konnte damit genau dann Kontrolle übernehmen, als Munich unbedingt schnelle Stops gebraucht hätte.
Ravens verkürzen, Clark setzt den Schlusspunkt
Trotz des zwischenzeitlichen 14:42 gab sich Munich nicht auf. Tabor führte seine Offense erneut über das Feld und fand Louis Geyer über neun Yards zum Touchdown. Kurz darauf eroberte Bijon Harris mit einer Interception den Ball zurück. Die Ravens nutzten die Chance, marschierten 86 Yards und verkürzten durch Seelig sowie die anschließende Two Point Conversion auf 28:42.
Plötzlich war die Partie wieder auf zwei Scores zusammengeschmolzen. Doch Nordic ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Der Onside Kick der Ravens wurde gesichert, und anschließend gehörte der letzte große Moment ausgerechnet dem frisch gekürten MVP.
Bei Fourth and One behielt Clark den Ball selbst, fand die Lücke und lief 26 Yards bis in die Endzone. Der Touchdown zum 48:28 war die endgültige Entscheidung und gleichzeitig der perfekte Abschluss einer herausragenden Saison.
Clark beendete das Championship Game mit 22 vollständigen Pässen bei 34 Versuchen, 313 Passing Yards und vier Touchdowns bei einer Interception. Dazu kam sein 26-Yard-Rushing-Touchdown. Damit war der MVP direkt an fünf der sieben Storm Touchdowns beteiligt.
Die Zahlen zeigen, dass Munich über weite Strecken durchaus mithalten konnte. Die Ravens kamen als Team auf 451 Passing Yards, hielten den Ball 34:30 Minuten und produzierten 28 First Downs. Nordic hatte lediglich 24:30 Minuten Ballbesitz und kam auf 24 First Downs. Entscheidend war jedoch die Effizienz. Storm erzielte sieben Touchdowns, Munich vier. Die Defense von Nordic produzierte fünf Sacks und eine spielentscheidende Interception, während die Offense sowohl kurze Felder als auch lange Drives konsequent in Punkte verwandelte.
Für die Munich Ravens endet damit dennoch eine starke Premierensaison. Nach neun Siegen in der Regular Season und dem Erfolg über Frankfurt Galaxy beim BIG4 Weekend stand die Mannschaft im ersten Championship Game der Ligageschichte. Im Finale fehlte jedoch genau jene Konsequenz in den entscheidenden Momenten, die Nordic auf der anderen Seite auszeichnete.
Storm ist First Champion ever
Für Storm endet die erste EFA Saison dagegen mit dem größtmöglichen Erfolg. Platz eins nach der Regular Season, ein überzeugender Halbfinalsieg gegen Paris und schließlich der 48:28-Erfolg über Munich im Finale. Passenderweise waren es ausgerechnet die großen Award Gewinner der Saison, die auch im Championship Game den Unterschied machten: Clark als MVP, Beaulieu als Offensive Player of the Year, Glenna als Defensive Player of the Year und Toonga als Comeback Player of the Year.
Die erste Championship Trophy der European Football Alliance geht damit nach Skandinavien. Nordic Storm ist der erste Champion der EFA Geschichte.







