Foto: Foot Bowl/Susanne Hägele
Die Hildesheim Invaders schicken für 2026 ein klares Statement an die Erima GFL: In der Box wird’s ungemütlich. Mit Kyle Kitchens kommt einer der prägendsten Pass-Rusher der letzten Jahre zurück nach Hildesheim und er bringt nicht nur seine Zahlen, sondern auch einen Plan mit. Dazu bleibt mit OJ Thompson ein Sack- und Tackle-Monster im Kader, während Dorian Zuidema als spannende „College-geschulte“ Verstärkung in die Mitte rückt. Ergänzt wird das Paket von wichtigen deutschen Bausteinen wie Georg Kraft.
Kyle Kitchens: Der Rückkehrer, der Quarterbacks seit Jahren jagt
Wenn ein Name in Europa für konstanten Druck steht, dann Kyle Kitchens. Von 2022 bis 2025 war er ausschließlich in der ELF aktiv – und lieferte dort Jahr für Jahr ab:
- 2025 (Hamburg Sea Devils): 12 Sacks, 18 Tackles for Loss
- 2024 (Berlin Thunder): 16,5 Sacks, 25 TFL
- 2023 (Berlin Thunder): 15 Sacks, 21 TFL
- 2022 (Berlin Thunder): 16 Sacks, 33,5 TFL
- 2021 (Leipzig Kings): 12,5 Sacks, 20,5 TFL
Dazu kommt das, was in Europa selten jemand über sich sagen kann: Kitchens wurde viermal als Defensive Player of the Year der ELF ausgezeichnet. Eine Ausnahmestellung, die seinen Impact perfekt zusammenfasst.
Im Gespräch über seinen Wechsel nach Hildesheim wurde schnell klar: Für Kitchens war nicht nur „der Name“ entscheidend, sondern die Art, wie die Invaders den Deal angegangen sind. Er lobte vor allem die direkte, klare Kommunikation im Kontakt mit Head Coach Marcus Herford und dem Management:
„Ausschlaggebend war die Kommunikation – wenn ich ihm schreibe, kommt die Antwort fast sofort. Diese Transparenz hat es mir leicht gemacht.“
Und Kitchens bringt nicht nur Zahlen mit, sondern auch Hunger. Sein eigener Anspruch bleibt derselbe, egal in welcher Liga er spielt:
„Das Ziel ist immer: mein Potenzial erreichen und dominieren.“
Für Hildesheim bedeutet das: Ein Defender, der nicht nur Edge setzt, sondern Spiele kippen kann. Der Pass Rush bekommt 2026 ein Gesicht und das heißt Kitchens.
OJ Thompson: Sack-Garant mit Lions-DNA – jetzt mit Kitchens im Duo
Während Kitchens das große Ausrufezeichen ist, ist OJ Thompson das Fundament, das schon 2025 spürbar war. Thompson kam zum Ende der Saison 2025 nach Hildesheim und lieferte direkt:
- 2025 (Invaders, Saisonende): 1 Sack, 9,5 Tackles
Was aber viel mehr Eindruck macht, ist das, was er vorher in Braunschweig abgerissen hat:
- 2024 (Braunschweig Lions): 19 Sacks, 3 Forced Fumbles, 66 Tackles
- 2023 (Braunschweig Lions): 98 Tackles, 14 Sacks, 2 Forced Fumbles, 1 Interception
Das sind Werte, die nicht nach „Rollenspieler“ klingen, sondern nach Gamechanger. Thompson bringt Power, Länge und vor allem: Produktivität über mehrere Spielzeiten.
Und genau hier wird es für Offenses richtig eklig: Kitchens selbst hat Thompson öffentlich als Faktor genannt und den internen Konkurrenzkampf direkt mit angekündigt:
„Mit den Teilen, die wir haben – zum Beispiel OJ Thompson – wird es ein echtes Rennen zum Quarterback. Vielleicht schlägt OJ Thompson mich in Sachen Stats sogar mal.“
Das ist mehr als nur ein lockerer Spruch: Kitchens sieht Thompson nicht als Ergänzung, sondern als gleichwertige Waffe. Für Hildesheim heißt das: Du kannst nicht alles auf Kitchens schieben und du kannst nicht alles auf Thompson schieben. Irgendwer kommt durch.
Dorian Zuidema: College-Wissen für die Mitte
Der nächste spannende Baustein heißt Dorian Zuidema. Der Niederländer war 2024 und 2025 am College in den USA, hat dort Football „gelernt“ und bringt genau diese Schulung nach Europa zurück. Für die Invaders kann das ein echter Gewinn sein – gerade innen, wo Technik, Handarbeit und Spielverständnis oft darüber entscheiden, ob ein Run stoppt oder ob die Pocket stehen bleibt.
Zuidema ist damit ein Typ Spieler, der nicht nur durch Masse wirkt, sondern durch Know-how und Anpassungsfähigkeit – und genau das kann in einer aggressiven Front den Unterschied machen.
Georg Kraft: Nationalspieler, der den Lauf stoppt
Neben den Imports und Top-Namen bleibt Hildesheim auch bei den deutschen Säulen stabil. Georg Kraft ist als Nationalspieler ein wichtiger Anker in der Mitte. Seine 2025er Werte:
- 1 Sack, 1 Forced Fumble, 14 Tackles
Nicht spektakulär auf dem Papier, aber genau diese Art Spieler sorgt dafür, dass eine D-Line nicht nur „Highlight-Passrush“ ist, sondern über vier Viertel stabil bleibt.
Weitere D-Liner in einem Satz: Tiefe, die weh tut
Und dann ist da noch die Tiefe, die so eine Unit erst komplett macht. Bei den Invaders stehen außerdem:
- Nils Müller
- Moritz Wagner
- Dean-Samuel Vollbrecht
- Mika Schunack
Fazit: 2026 wird für Quarterbacks unbequem
Die Invaders bauen 2026 keine D-Line für schöne Fotos. Sie bauen eine D-Line für Chaos im Backfield. Kitchens als Ausnahmestar, Thompson als brutal produktiver Co-Headliner, dazu Zuidema als frischer Baustein mit US-College-Schule und Kraft als stabiler deutscher Stopper. Mit der Tiefe dahinter entsteht ein Bild, das Gegner ernst nehmen müssen:
Hildesheim will nicht nur verteidigen – Hildesheim will angreifen.






