Foto: Foot Bowl/Just Shots
Innerhalb von weniger als 24 Stunden haben die Helvetic Mercenaries zwei weitreichende Entscheidungen kommuniziert, die die Zukunft des Franchise und des Schweizer Footballs nachhaltig prägen dürften. Am Dienstagabend verkündete die Organisation ihren Rückzug aus der European League of Football für die Saison 2026. Bereits am Mittwochvormittag folgte die nächste Mitteilung: eine strategische Partnerschaft mit den Basel Gladiators.
Zusammengenommen markieren beide Veröffentlichungen einen klaren Kurswechsel. Die Helvetic Mercenaries ziehen sich vorerst aus europäischen Wettbewerben zurück und bündeln ihre sportlichen, organisatorischen und strukturellen Ressourcen mit dem Basler Traditionsclub.
Kein Start in der ELF 2026 unter den aktuellen Bedingungen
In ihrem am Dienstagabend veröffentlichten Statement erklärten die Helvetic Mercenaries, dass eine Teilnahme an der ELF Saison 2026 unter den gegebenen Umständen nicht möglich sei. Zwar stehe der Beginn der Pre Season in rund acht Wochen bevor, jedoch weiterhin ohne verbindlichen Spielplan. Unter diesen Voraussetzungen sei professionelles Arbeiten nicht umsetzbar.
Konkret nannten die Mercenaries fehlende Planungssicherheit, mangelnde Transparenz sowie Unsicherheiten bei Themen wie Arbeitsverträgen, Visa und organisatorischer Verlässlichkeit. Diese Rahmenbedingungen seien zwingend notwendig, um Verantwortung gegenüber Spielern, Staff und Partnern zu übernehmen.
Gleichzeitig betonte die Organisation, dass das Projekt Helvetic Mercenaries stets auf Nachhaltigkeit ausgerichtet gewesen sei. Der Fokus habe nie ausschließlich auf sportlichem Erfolg gelegen, sondern auf dem langfristigen Aufbau von American Football in der Schweiz für Community und kommende Generationen. Nach intensiver interner Prüfung sei daher die Entscheidung gefallen, 2026 nicht in der ELF anzutreten. Bereits gekaufte Tickets sollen vollständig zurückerstattet werden.
Strategische Partnerschaft mit den Basel Gladiators
Nur wenige Stunden später folgte am Mittwochvormittag die nächste Ankündigung. Die Helvetic Mercenaries gehen ab sofort eine strategische Partnerschaft mit den Basel Gladiators ein. Beide Organisationen wollen künftig eng zusammenarbeiten und ihre bestehenden Strukturen gezielt zusammenführen.
In der Mitteilung heißt es, dass diese Zusammenarbeit ein klares Zeichen gegenseitigen Vertrauens und des Glaubens an das langfristige Potenzial des American Footballs in der Schweiz sei. Die Basel Gladiators, langjähriger Spitzenverein und zuletzt Vizemeister, sollen insbesondere von der kommerziellen, organisatorischen und strukturellen Unterstützung der Mercenaries profitieren.
Im Fokus stehen dabei unter anderem Spielorganisation, Vermarktung und strukturelle Weiterentwicklung. Ziel sei es, beide Organisationen sportlich und organisatorisch voranzubringen und bestehende Ressourcen effizienter zu nutzen.
Fokus auf Nachwuchs und nationale Entwicklung
Ein zentraler Bestandteil der Kooperation ist die nachhaltige Nachwuchs und Talentförderung. Die Helvetic Mercenaries sehen es insbesondere als Verantwortung ihrer Academy, aktiv zur Stärkung des Schweizer Football Nachwuchses beizutragen.
Durch die Bündelung der Strukturen sollen klare Perspektiven für junge Spieler geschaffen werden, unabhängig von internationalen Ligazugehörigkeiten. Die Organisation macht deutlich, dass der Rückzug aus europäischen Wettbewerben kein Rückzug aus dem Football insgesamt ist, sondern eine strategische Neuausrichtung.
Der Head Coach der Basel Gladiators betonte in einer offiziellen Mitteilung die gemeinsame Vision, sich sportlich weiterzuentwickeln, erneut nationale Titel anzugreifen und mittelfristig auch international wieder präsent zu sein.
Rückzug mit Perspektive statt endgültiger Abschied
Mit den beiden Veröffentlichungen zeichnen die Helvetic Mercenaries ein klares Bild: Der vorläufige Rückzug aus der ELF und aus europäischen Wettbewerben ist kein Ende, sondern ein bewusster Schritt zur Stabilisierung und Neuaufstellung.
Die Organisation bleibt bestehen, wird auch 2026 ein Team mit den Gladiators stellen und weiterhin attraktiven Football anbieten. Gleichzeitig sollen tragfähige Modelle entwickelt werden, die langfristig Planungssicherheit und sportliche Perspektiven ermöglichen.
Wie es in der Mitteilung vom Dienstagabend heißt, bedeute ein Schritt zurück manchmal auch, Anlauf für einen neuen zu nehmen. Die kommenden Wochen dürften zeigen, wie sich diese Neuausrichtung konkret auf den Schweizer Football und die Zukunft der Helvetic Mercenaries auswirken wird.






