Berlin Thunder hat am dritten Spieltag der AFLE ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Mit einem überzeugenden 45:12 Auswärtssieg bei den Firenze Red Lions feierte das Team seinen zweiten Erfolg in Serie und präsentierte sich dabei so explosiv wie bislang noch nicht in dieser Saison. Im Mittelpunkt stand eine Verbindung, die für die Gastgeber über vier Viertel nicht zu stoppen war: Quarterback Jakeb Sullivan und Wide Receiver Jon Cole.

Vor allem Cole schrieb in Florenz Ligageschichte. Der US-Amerikaner fing zwölf Pässe für unglaubliche 230 Yards und vier Touchdowns. Damit stellte er einen neuen AFLE-Rekord für die meisten Receiving Yards in einem Spiel auf und lieferte eine der beeindruckendsten Einzelleistungen der bisherigen Saison ab. Unterstützt wurde er von Quarterback Jakeb Sullivan, der 30 seiner 36 Pässe für 431 Yards und fünf Touchdowns an den Mann brachte. Gemeinsam zerlegten die beiden die Secondary der Red Lions immer wieder mit Big Plays.

Thunder-Offense findet ihren Rhythmus

Dabei begann die Partie durchaus vielversprechend für die Gastgeber. Zwar legte Berlin früh durch einen Touchdown-Lauf von Tomiwa Oyewo und einen Touchdown-Pass auf Dominik Tietz eine 12:0 Führung vor, doch Firenze antwortete mit einem eigenen Touchdown-Pass von Matthew McKay auf Keith Coffee II und verkürzte auf 12:6.

Wer jedoch dachte, die Red Lions könnten das Spiel offen gestalten, wurde schnell eines Besseren belehrt. Noch im ersten Viertel fand Sullivan seinen Top-Receiver Jon Cole erstmals tief für einen 40-Yard-Touchdown. Im zweiten Viertel folgte der nächste Touchdown der beiden zum 25:9 Halbzeitstand. Zu diesem Zeitpunkt hielt Firenze noch einigermaßen Kontakt, auch weil die Berliner Special Teams mehrere Extrapunkte liegen ließen und insgesamt ein ungewohnt fehlerhaftes Kicking Game zeigten.

Die Statistik zeigte jedoch bereits zur Pause, wohin sich das Spiel entwickeln würde. Sullivan dominierte die Partie aus der Pocket, während die Thunder-Offense immer wieder offene Räume in der Secondary der Italiener fand. Gleichzeitig gelang es Berlin, auf Third Down sechs von neun Versuchen erfolgreich zu verwandeln und so lange Drives am Leben zu halten.

Jon Cole schreibt Ligageschichte

Nach der Halbzeit wurde aus einer starken Leistung eine historische Vorstellung. Firenze verkürzte zunächst per Field Goal auf 25:12 und durfte noch einmal auf ein Comeback hoffen. Doch nur wenige Minuten später schlug die Sullivan-Cole-Verbindung erneut zu. Ein 75-Yard-Touchdown-Pass sorgte praktisch für die Vorentscheidung und gleichzeitig für eines der spektakulärsten Plays der bisherigen AFLE-Saison.

Im Schlussviertel setzte Cole schließlich den Schlusspunkt unter seinen Rekordtag. Mit seinem vierten Touchdown-Catch erhöhte er auf 45:12 und stellte endgültig klar, dass dieser Nachmittag ihm gehören würde. Seine Endstatistik liest sich beinahe absurd: zwölf Receptions, 230 Yards und vier Touchdowns. Dazu kam ein Average von fast 20 Yards pro Catch. Immer wieder gelang es ihm, sich von seinen Gegenspielern zu lösen und nach dem Catch zusätzlichen Raumgewinn zu erzielen.

Doch auch andere Berliner Offensivspieler wussten zu überzeugen. Bryan Kouanda fing sieben Pässe für 83 Yards, Noah Schumm steuerte 50 Receiving Yards bei und Running Back Tomiwa Oyewo sorgte neben seinem Touchdown auch für wichtige Yards im Laufspiel. Insgesamt produzierte Berlin 519 Total Yards und damit nahezu doppelt so viele wie die Red Lions.

Firenze kämpft, findet aber keine Antworten

Die Gastgeber hielten phasenweise ordentlich dagegen und zeigten insbesondere im Laufspiel einige positive Ansätze. Brandon Belgrave kam auf 70 Rushing Yards und Lorenzo Cinelli war mit sieben Catches für 140 Yards der auffälligste Passempfänger der Italiener. Dennoch fehlte es Firenze über weite Strecken an Konstanz.

Quarterback Matthew McKay brachte lediglich 15 seiner 31 Pässe an und kam auf 174 Passing Yards. Die Offense bewegte den Ball zwar zwischen den 20-Yard-Linien immer wieder ordentlich, ließ jedoch zahlreiche Chancen liegen. Besonders das Kicking Game entwickelte sich zu einem Problem. Von vier Field-Goal-Versuchen fanden lediglich zwei ihr Ziel, dazu wurde ein weiterer Versuch geblockt. Auch der Extrapunkt nach dem einzigen Touchdown misslang.

Während die Red Lions immer wieder Punkte liegen ließen, nutzte Berlin seine Chancen konsequent aus. Spätestens als Nosa Uyimwen im vierten Viertel nach einem geblockten Punt einen Touchdown erzielte, war die Begegnung endgültig entschieden.

Mit dem 45:12 Erfolg verbessert Berlin Thunder seine Bilanz auf 2:1 und zeigt nach dem schwierigen Saisonstart klar aufsteigende Form. Die Offense um Jakeb Sullivan entwickelt sich zunehmend zu einer der gefährlichsten Einheiten der AFLE. Für Firenze hingegen bleibt nach der zweiten Niederlage der Saison vor allem die Erkenntnis, dass man gegen die Spitzenmannschaften der Liga noch konstanter werden muss.

In Erinnerung bleiben wird dieses Spiel aber vor allem wegen eines Mannes.

Jon Cole.

  • 230 Receiving Yards.
  • Vier Touchdowns.
  • Ein neuer Ligarekord.
  • The Jon Cole Game.
Hendrik

Hendrik gründete Foot Bowl am 30. April 2021. Mail: footbowl@gmx.net