Foto: Foot Bowl/Emily Peter

Mit Nikolas Knoblauch schließt sich einer der erfolgreichsten Linebacker des europäischen Footballs der International Arena League an. Der zweifache ELF Champion wagt bewusst den Schritt in ein neues Ligaprojekt und übernimmt bei den Stuttgart Stallions eine zentrale Rolle. Für Knoblauch ist es nicht nur ein sportlicher Wechsel, sondern eine strategische Entscheidung für die Zukunft seiner Karriere und für die Weiterentwicklung des Sports in Europa.

Auf die Frage, was konkret den Ausschlag für den Wechsel in die IAL gegeben hat, verweist Knoblauch vor allem auf den internationalen Ansatz der Liga und den sportlichen Reiz des Wettbewerbs.

„Ich möchte international spielen können. Das bietet mir die IAL mit Teams in den USA, Schottland, UK und der Schweiz. Besonders reizt es mich gegen professionelle US Teams zu spielen.“

Die neue Liga bietet ihm genau das Umfeld, das er nach Jahren in verschiedenen europäischen Topligen gesucht hat. Der direkte Vergleich mit US Teams stellt für ihn eine sportliche Herausforderung dar, die es in dieser Form bislang kaum gab.

Vorteile für Fans, die sich mit American Football nicht anfreunden konnten

Neben dem internationalen Wettbewerb sieht Knoblauch im Arena Football auch strukturelle Vorteile gegenüber dem klassischen Outdoor Football. Vor allem mit Blick auf Zuschauererlebnis und Attraktivität des Sports erkennt er großes Potenzial.

„Kurz gesagt, es passiert mehr, da das Feld kleiner ist. Viele europäische Fußball Fans können sich mit dem American Football nicht anfreunden, weil es zu viele Unterbrechungen gibt und das Stadion nicht so gefüllt ist wie beim Fußball. Da sehe ich eine Chance diesen Sport in Europa zu etablieren. Durch Spielen in geschlossenen Arenen ist bei gleicher Zuschaueranzahl die Stimmung deutlich besser. Es ist einfach die fast paced version vom American Football und könnte in unserer europäischen Sportkultur erfolgreich werden.“

Knoblauch spricht damit ein zentrales Problem des europäischen Footballs an: Sichtbarkeit und Atmosphäre. Die kompakte Spielfläche und das Spieltempo des Arena Footballs könnten genau die Elemente liefern, um neue Zielgruppen zu erreichen.

Nikolas Knoblauch – Foto: Foot Bowl/JUST SHOTS

Aus rein sportlicher Sicht kommt ihm das neue Format zudem sehr entgegen. Als Linebacker fühlt sich Knoblauch besonders im physischen Teil des Spiels zu Hause und sieht darin einen klaren Vorteil.

„Als Linebacker liebe ich den Kontakt und den physischen Part des Spiels. In der Arena kann niemand abhauen oder out of bounds rennen. Es scheppert mehr.“

Gerade für Defensivspieler bedeutet das Arena Format permanente Präsenz im Spiel. Jeder Spielzug ist intensiv, Fehler werden sofort bestraft und physische Durchsetzungskraft wird noch stärker gefordert.

Auch die unübersichtliche Ligensituation in Europa spielte bei seiner Entscheidung eine Rolle. Das Hin und Her zwischen AFLE und EFA beschleunigte den Wechselprozess zusätzlich.

„Aktuell ist die IAL nach meinem Wissen die einzige internationale Liga in Europa, die startklar ist und bereits einen vollständigen Spielplan veröffentlicht hat. Bei den meisten ehemaligen ELF Teams weiß man noch nicht, ob, in welcher Liga, gegen wen und ab wann gespielt wird.“

Für Knoblauch ist Planungssicherheit ein entscheidender Faktor. Eine klare Struktur, feste Termine und ein verlässlicher Spielplan sind für Profis essenziell, um sportlich und organisatorisch arbeiten zu können.

Auch der finanzielle Aspekt der IAL unterscheidet sich deutlich von bisherigen europäischen Modellen. Knoblauch spricht offen darüber, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

„Ohne auf Details eingehen zu wollen: ja. Man verdient deutlich mehr als bisher üblich im europäischen Football, wenn man im aktiven Kader des jeweiligen Spieltages ist. D.h. aber auch das man gar nichts verdienen kann, wenn man es nicht auf das Gameday Roster schafft.“

Das leistungsbezogene Modell erhöht den Konkurrenzdruck, bietet aber gleichzeitig neue professionelle Perspektiven. Für Knoblauch ist das ein fairer Ansatz, der sportliche Leistung unmittelbar belohnt.

Knoblauch spielt in seiner Heimatstadt

Besonders emotional ist er bleibt in Stuttgart. Die Entscheidung für die Stuttgart Stallions ist eng mit seiner persönlichen Geschichte und der Football Stadt Stuttgart verbunden.

„Stuttgart ist Heimat für mich und daheim ist es bekanntlich am Schönsten. Letztes Jahr waren knapp 40.000 Zuschauer in der MHP Arena. Stuttgart hat die stärkste Mannschaft in Europa gestellt. Da muss es doch für die Stadt, Fans und Spieler weitergehen mit einem professionellen Team in Stuttgart. Darüberhinaus freue ich mich auf die Porsche Arena als neues Zuhause.“

Nach dem ELF Titel 2025 mit Stuttgart Surge schließt sich für Knoblauch ein Kreis. Mit den Stallions soll die Erfolgsgeschichte des Footballs in Stuttgart nun in einem neuen Format fortgeschrieben werden.

Sportlich geht der Linebacker ambitioniert, aber realistisch in seine erste IAL Saison. Persönliche Entwicklung und Team Erfolg stehen dabei gleichwertig nebeneinander.

„Persönlich möchte ich jedes Jahr mich weiterentwickeln und meine beste Season spielen. Mit den Stallions will ich jede Woche aufs Neue gewinnen. Wenn das klappt, kommen die Playoffs. Und ab hier ist alles möglich, auch wenn ich die amerikanischen Teams als sehr stark einschätze.“

Mit Nikolas Knoblauch gewinnen die Stuttgart Stallions nicht nur einen der erfahrensten Defensivspieler Europas, sondern auch einen klaren Meinungsführer. Seine Verpflichtung unterstreicht den Anspruch der IAL, sich als ernstzunehmende internationale Liga zu etablieren und neue Maßstäbe im europäischen Football zu setzen.

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Hendrik

Hendrik gründete Foot Bowl am 30. April 2021. Mail: footbowl@gmx.net

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