Foto: Foot Bowl/Just Shots
Die Alpine Rams gehen als eines der spannendsten neuen Projekte in die AFLE Saison 2026. Mit einem internationalen Kader, Spielern aus ganz Europa und großen sportlichen Ambitionen will das Schweizer Franchise direkt ein Statement setzen. Im Interview sprach Offensive Tackle Gabriel Rodriguez ausführlich über den Neustart bei den Rams, die besondere Teamchemie innerhalb der Offensive Line, das Ende der Madrid Bravos und seine Ziele für die neue Saison.
Gabriel Rodriguez kehrt zurück in die Schweiz
Für Gabriel Rodriguez ist die Schweiz kein unbekanntes Terrain. Bereits 2023 spielte der spanische Offensive Tackle bei den Helvetic Guards. Nach den Jahren bei den Madrid Bravos kehrt er nun zurück in den Schweizer Football und fühlt sich bei den Alpine Rams offenbar sehr wohl.
„Für mich war die Zeit hier in der Schweiz damals schon eine wirklich gute Erfahrung. Und ich glaube, dass wir bei den Alpine Rams aktuell noch einmal deutlich besser aufgestellt sind, besonders bei den Homegrown Spielern. Wieder in diesem wunderschönen Land zu sein und mit richtig guten Coaches zu arbeiten, ist einfach großartig.“
Der 1.99 Meter große und rund 145 Kilogramm schwere Offensive Lineman gilt seit Jahren als eines der größten Talente des spanischen Footballs. 2022 wurde Rodriguez sogar in das NFL International Player Pathway Programm berufen. Seine Karriere führte ihn von den Zaragoza Hurricanes über die Barcelona Dragons und Helvetic Guards bis zu den Madrid Bravos. Dank der neuen Solidaritätsregel der AFLE zählt Rodriguez 2026 zusätzlich als Homegrown Spieler in der Schweiz.
Das Ende der Madrid Bravos traf ihn hart
Eigentlich sollte 2026 der nächste große Karriereschritt bei den Madrid Bravos folgen. Doch das Franchise stellte überraschend den Spielbetrieb ein. Rodriguez sprach offen darüber, wie emotional ihn diese Nachricht getroffen habe.
„Das war wirklich hart. Als ich den Anruf von den General Managern bekommen habe, konnte ich es zuerst gar nicht glauben. Für einen Moment dachte ich sogar, dass es vielleicht ein Scherz ist, weil wir Spanier gerne Witze machen. Aber es war kein Witz. Das war traurig zu hören. Aber am Ende passiert alles aus einem bestimmten Grund.“
Gleichzeitig reagierte Rodriguez extrem schnell und kontaktierte noch am selben Tag die Alpine Rams.
„Für mich ging das alles sehr schnell. Es war ein Freitag, als wir in Madrid die Nachricht bekommen haben. Noch am selben Tag habe ich direkt Kontakt mit den Rams aufgenommen. Für mich war sofort klar, dass ich weiterspielen möchte.“
Die AFLE reagierte nach dem Aus der Madrid Bravos mit einer besonderen Solidaritätsregel. Spanische Spieler der Bravos dürfen 2026 ligaweit als Homegrown Spieler verpflichtet werden. Jedes Franchise darf dabei bis zu drei zusätzliche spanische Spieler aufnehmen.
Die internationale Offensive Line begeistert Rodriguez
Besonders begeistert zeigte sich Rodriguez von der aktuellen Entwicklung der Offensive Line der Alpine Rams. Dort stehen Spieler aus Spanien, Brasilien, Frankreich, Finnland, Serbien und den USA gemeinsam auf dem Feld.
„Wir bauen hier gerade etwas wirklich Besonderes auf. Wir bringen verschiedene Kulturen zusammen und formen daraus diese Offensive Line. Wenn wir diesen Weg weitergehen und weiter Fortschritte machen, dann kann das eine richtig starke Unit werden.“
Natürlich bringe diese internationale Mischung auch Herausforderungen mit sich.
„Es ist definitiv ein kleiner Kulturschock, wenn wirklich jeder in der Offensive Line aus einem anderen Land kommt. Aber gleichzeitig macht genau das auch Spaß.“
Trotzdem wirkt Rodriguez extrem überzeugt vom aktuellen Stand der Offense. Besonders das Scheme der Coaches habe ihn beeindruckt.
„Ich glaube, wir sind aktuell an einem Punkt, an dem unserer Offense oft nur noch ein einziger zusätzlicher Block oder ein weiterer Receiver Block fehlt, damit aus jedem Spielzug ein Big Play entstehen kann. Wir entwickeln uns wirklich gut.“
Vor allem das Coaching passe aktuell perfekt zum vorhandenen Spielermaterial.
„Coach Douglas Fryer hat ein wirklich gutes System für uns aufgebaut. Er nutzt die Stärken unserer Receiver und unserer Offensive Line sehr gut aus. Wir sind ziemlich athletisch und ich glaube, dass er genau die richtigen Plays für uns installiert.“
„Wir wollen die Giants schlagen“
Die Ziele innerhalb der Mannschaft sind dabei extrem ambitioniert. Für Gabriel Rodriguez gibt es nur eine klare Zielsetzung für die Saison.
„Unser Ziel ist es, alles zu gewinnen. Wenn das nicht unser Ziel wäre, dann wäre ich nicht hier. Das muss unsere Mentalität sein.“
Besonders gegen die Topteams der Liga wollen die Alpine Rams direkt ein Zeichen setzen.
„Wir wollen Teams wie die Vienna Vikings oder Rhein Fire schlagen. Wir wollen einen neuen Standard für den Schweizer Football setzen.“
Interessant ist dabei auch der besondere Spielplan der Rams. Anders als viele andere Teams startet das Franchise erst in Week 2 der Saison und kann dadurch zunächst ihre Gegner beobachten.
„Natürlich würde ich am liebsten sofort spielen, aber gleichzeitig ist es ein großer Vorteil für uns, dass wir zuerst Tape von Berlin und Wien sehen können. Berlin wird gegen Wien alles zeigen müssen, um eine Chance zu haben. Das gibt uns eine sehr gute Möglichkeit, ihre Spielweise direkt zu analysieren.“
Rodriguez hofft auf die Rückkehr eines spanischen Teams
Zum Abschluss sprach Gabriel Rodriguez noch über die schwierige Situation des spanischen Footballs nach dem Ende der Madrid Bravos. Viele spanische Spieler stehen aktuell ohne Team da oder mussten kurzfristig ins Ausland wechseln.
„Definitiv wünsche ich mir wieder ein spanisches Franchise in Europa. Es gibt aktuell so viele spanische Spieler ohne Team. Einige konnten nach Deutschland oder Finnland wechseln, aber viele haben keine Chance mehr bekommen.“
Gerade deshalb wünsche er sich langfristig die Rückkehr eines spanischen Teams in den europäischen Top Football.
„Ich hoffe wirklich, dass Spanien bald wieder ein Team bekommt, damit wir zeigen können, was spanischer Football leisten kann.“
Trotzdem blickt Rodriguez optimistisch auf die Zukunft der Alpine Rams. Die Mischung aus internationalem Talent, ehrgeizigen Spielern und großer Motivation macht die Schweizer für viele bereits jetzt zu einem der spannendsten Projekte der AFLE Saison 2026.







