Foto: Halvar Pictures
Die Potsdam Royals sind mit einem deutlichen Auswärtssieg aus der spielfreien Woche zurückgekehrt. Der amtierende Deutsche Meister setzte sich am Samstag bei den Düsseldorf Panther mit 49:0 durch und feierte damit den achten Erfolg im neunten Saisonspiel der effect® Energy GFL. Besonders erfreulich aus Potsdamer Sicht: Die Defense blieb erstmals in dieser Saison ohne Gegenpunkte, während der neu verpflichtete Quarterback Hugh „Bay“ Harvey bei seinem Debüt im Royals-Trikot einen gelungenen Einstand feierte.
Von Beginn an kontrollierten die Potsdamer das Geschehen im Stadion Benrath. Bereits im ersten Viertel erspielten sich die Royals eine deutliche Führung und ließen den Gastgebern über die gesamte Partie kaum Möglichkeiten, selbst Punkte auf das Scoreboard zu bringen. Am Ende standen 442 Yards Total Offense der Royals lediglich 111 Yards der Panther gegenüber.
Traumstart für Harvey und die Royals
Dabei dauerte es nur wenige Minuten, bis der neue Quarterback erstmals für Aufsehen sorgte. Nachdem die Royals den Ball bis an die eigene 40-Yard-Linie bewegt hatten, stand die Offense bei einem vierten Versuch und zwölf Yards vor einer schwierigen Situation. Potsdam spielte den Versuch aus und Harvey machte daraus das erste große Highlight seiner Royals-Karriere. Der Schweizer behielt den Ball selbst, fand die Lücke und lief über 60 Yards zum Touchdown. Damit brachte er Potsdam früh mit 6:0 in Führung.

Auch die Defense war sofort zur Stelle. Im folgenden Düsseldorfer Drive fing Ronaldo Tomasello einen Pass von Panther-Quarterback Dawson Herl ab und brachte die Potsdamer Offense erneut auf das Feld. Die Royals nutzten die Gelegenheit zu einem langen Drive über 67 Yards. Schließlich war es Chrisman Kyei, der den Ball aus einem Yard in die Endzone trug. Harvey fand anschließend Milan Spiller für die erfolgreiche Two-Point-Conversion – 14:0 für Potsdam.
Noch vor dem ersten Seitenwechsel setzte auch das Special Team ein Ausrufezeichen. Aashari Crosswell trug einen Punt über 63 Yards zurück und brachte die Royals damit tief in die Düsseldorfer Hälfte. Wenig später vollendete Heiko Bals den Angriff mit einem Acht-Yard-Touchdownlauf. Harvey bediente anschließend Corey Jeeves für weitere zwei Punkte. Potsdam hatte sich damit bereits früh deutlich abgesetzt.
Potsdams Defense lässt nichts zu
Während die Offense regelmäßig punktete, knüpfte die Potsdamer Defense nahtlos an ihre starken Auftritte der bisherigen Saison an. Düsseldorf konnte zwar im zweiten Viertel einen längeren Drive aufbauen und bis tief in die Hälfte der Royals vordringen, doch die Potsdamer Verteidigung hielt auch hier stand.
Bei einem vierten Versuch stoppte Peer Schumann Panther-Quarterback Dawson Herl mit einem Sack und beendete damit die beste Düsseldorfer Gelegenheit der ersten Hälfte. Insgesamt gelangen den Royals laut Spielstatistik fünf Sacks. Hunter Hewitt führte die Potsdamer Defense mit 2,5 Sacks an.
Kurz vor der Pause schlug stattdessen die Potsdamer Offense erneut zu. In einem langen Drive über 71 Yards marschierten die Royals über das Feld. 14 Sekunden vor der Halbzeit überquerte Chrisman Kyei aus sechs Yards zum zweiten Mal die Goal Line. Mit einer deutlichen Führung ging Potsdam anschließend in die Kabine.
Laufspiel dominiert auch nach der Pause
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich am Kräfteverhältnis wenig. Düsseldorf arbeitete sich im ersten Drive der zweiten Hälfte zwar bis an die Potsdamer 15-Yard-Linie vor, doch erneut machte die Royals-Defense die Tür zu. Zunächst sackte Giorgius Tarlas den Düsseldorfer Quarterback, anschließend beendeten Hunter Hewitt und Alan Steinorth den Drive mit einem weiteren Sack bei Fourth Down.
Potsdam antwortete mit einem weiteren langen Angriff. Dabei war erneut das Laufspiel der entscheidende Faktor. Heiko Bals übernahm schließlich in der Red Zone und erzielte aus zwei Yards seinen nächsten Touchdown.
Überhaupt erwies sich das Laufspiel an diesem Nachmittag als eine der großen Stärken des Deutschen Meisters. Die Royals kamen insgesamt auf 249 Rushing Yards bei 30 Läufen und damit auf starke 8,3 Yards pro Versuch. Kyei führte die Statistik mit 89 Yards und zwei Touchdowns an, Bals steuerte 83 Yards bei. Harvey kam bei lediglich zwei Läufen auf 74 Yards und einen Touchdown.
Harvey setzt auch durch die Luft Akzente
Im Schlussviertel erhöhte die Potsdamer Defense zunächst selbst das Punktekonto. Düsseldorf wurde tief in der eigenen Hälfte unter Druck gesetzt, ehe ein Spielzug der Panther in einem Safety endete.

Anschließend setzte Harvey auch durch die Luft seinen Schlusspunkt. Nach einem 30-Yard-Kickoff-Return von Key’Shawn Smith bewegten die Royals den Ball erneut konsequent über das Feld. Bei Third-and-One von der Düsseldorfer 18-Yard-Linie fand Harvey Chrisman Kyei, der den Pass zum Touchdown in die Endzone brachte und damit für den 49:0-Endstand sorgte.
Wenig später war der Arbeitstag des neuen Quarterbacks beendet und Moritz Pharrell Richter übernahm die Offense. Harvey beendete sein erstes Spiel für die Royals mit 20 erfolgreichen Pässen bei 28 Versuchen für 176 Yards und einen Touchdown. Hinzu kamen 74 Rushing Yards und ein weiterer Touchdown. Eine Interception leistete er sich nicht.
Damit gelang dem 24-jährigen Schweizer nur wenige Tage nach seiner Ankunft in Potsdam ein überzeugender Einstand. Nachdem Harvey kurzfristig als Nachfolger des in die japanische X-League gewechselten Xeaiver Bullock verpflichtet worden war, zeigte er bereits in Düsseldorf, welche zusätzliche Dimension er der Potsdamer Offense mit seiner Mobilität geben kann.
Royals kontrollieren das Spiel auf beiden Seiten des Balls
Die Zahlen unterstreichen den deutlichen Spielverlauf. Potsdam erzielte 442 Yards Raumgewinn, Düsseldorf kam lediglich auf 111. Die Royals verbuchten 24 First Downs gegenüber acht der Panther und verwandelten acht ihrer elf dritten Versuche. Besonders effizient agierte Potsdam in der Red Zone: Sechs der sieben Möglichkeiten innerhalb der gegnerischen 20-Yard-Linie endeten mit einem Touchdown.
Gleichzeitig präsentierte sich die Mannschaft äußerst diszipliniert. Lediglich drei Strafen für insgesamt 23 Yards wurden gegen die Royals ausgesprochen. Düsseldorf musste dagegen neun Strafen für 74 Yards hinnehmen und produzierte mit der frühen Interception zudem den einzigen Turnover der Begegnung.
Auch die Last in der Offense wurde auf zahlreiche Schultern verteilt. Maximilian McLeod war mit sechs gefangenen Pässen für 53 Yards der erfolgreichste Receiver der Royals, Corey Jeeves kam auf fünf Catches für 42 Yards. Insgesamt verbuchten acht Potsdamer Spieler mindestens einen gefangenen Pass.
Shutout unterstreicht Stärke der Defense
Mindestens ebenso bemerkenswert wie die 49 erzielten Punkte war die Null auf der anderen Seite des Scoreboards. Die Panthers kamen lediglich auf 60 Passing- und 51 Rushing-Yards. Bei 47 Offensivspielzügen bedeutete das im Durchschnitt nur 2,4 Yards Raumgewinn pro Play. Von 13 Third Downs verwandelte Düsseldorf lediglich vier.
Damit bestätigte die Potsdamer Defense eindrucksvoll ihre Rolle als eine der großen Stärken des Teams. Gerade nachdem Düsseldorf bei der 20:30-Niederlage gegen die Dresden Monarchs eine Woche zuvor noch gezeigt hatte, dass die Panther auch einem Spitzenteam Probleme bereiten können, setzte der Auftritt der Royals ein deutliches Zeichen.
Zugleich revanchierten sich die Potsdamer für die überraschende Niederlage gegen Düsseldorf in der vergangenen Regular Season. Dieses Mal ließ der Deutsche Meister von Beginn an keine Zweifel am Ausgang der Begegnung aufkommen.
Royals bleiben im Rennen um die Spitze
Mit dem 49:0-Erfolg verbessern die Royals ihre Saisonbilanz auf acht Siege bei einer Niederlage und bleiben damit im Rennen um eine optimale Ausgangsposition für die Playoffs. Noch wichtiger als die Höhe des Erfolgs dürfte für die kommenden Wochen sein, dass sich der neu formierte Angriff um Bay Harvey bereits bei seinem ersten gemeinsamen Auftritt stabil präsentierte.
Die Royals können damit mit Rückenwind in die entscheidende Phase der Regular Season gehen. Trotz des kurzfristigen Quarterback-Wechsels zeigte die Mannschaft in Düsseldorf Geschlossenheit und überzeugte in allen drei Mannschaftsteilen. Die Defense ließ keinen einzigen Punkt zu, das Laufspiel dominierte mit sechs Rushing Touchdowns und der neue Spielmacher fügte sich unmittelbar in die Offense ein.
Der erste Schritt nach der spielfreien Woche ist damit gemacht und mit dem deutlichen Auswärtserfolg haben die Royals zugleich ein weiteres Ausrufezeichen im Kampf um die Spitzenplätze der effect® Energy GFL gesetzt.







