Foto: Foot Bowl/JUST SHOTS
Nach mehreren Jahren in Hamburg schlägt John Levi Kruse ein neues Kapitel auf. Der Tight End wechselt von den Hamburg Sea Devils zu den Raiders Tirol, die ab 2026 in der European Football Alliance antreten werden. Für Kruse ist es ein bewusster Schritt – sportlich wie persönlich.
Abschied aus Hamburg nach langer Verbundenheit
Hamburg war für Kruse mehr als nur ein Standort. Die Stadt, in der er aufgewachsen ist, blieb lange sein sportlicher Ankerpunkt, auch als viele Mitspieler bereits ins Ausland oder zu anderen Teams gewechselt waren. Doch die Entwicklung der vergangenen Jahre führte zu einem Umdenken.
„Das ist nicht in die Richtung gegangen, in die wir Spieler uns das erhofft haben und ich mir persönlich auch nicht.“
Der Entschluss, Hamburg zu verlassen, reifte daher nicht über Nacht, sondern war das Ergebnis eines längeren Prozesses. Für Kruse stand fest, dass er sich sportlich noch einmal neu orientieren wollte.

Warum Tirol?
Die Raiders Tirol überzeugten Kruse vor allem durch ihre Struktur und Organisation. Anders als viele neu gegründete Franchises bauen sie auf jahrelange Erfahrung aus dem österreichischen Football auf.
„Tirol hat eine Struktur von der Jugend bis in den Herrenbereich. Das ist etwas, das ich sehr interessant und gut aufgebaut finde.“
Dass die Raiders bereits lange vor der ELF professionell gearbeitet haben und lediglich jetzt den Schritt in die EFA vollziehen, war für Kruse ein entscheidender Faktor. Auch das Umfeld, der Coaching Staff und die Teamchemie spielten eine zentrale Rolle.
„Ich habe für mich einen sehr guten Fit gefunden – von der Organisation über den Coaching Staff bis zu den Teammates.“
Studium bleibt Priorität
Trotz des Wechsels nach Tirol bleibt Kruses Studium ein zentraler Bestandteil seiner Planung. Die nötige Flexibilität ermöglicht es ihm, sportliche Chancen zu nutzen, ohne die Ausbildung aus den Augen zu verlieren.
„Solange ich als Footballspieler in meiner Prime spielen kann, war es für mich ein No-Brainer, diese Chance zu nutzen.“
Klausuren werden weiterhin in Hamburg geschrieben, der Lebensmittelpunkt verschiebt sich jedoch klar Richtung Innsbruck, sobald die Import-Regularien greifen.
Coaches als zusätzlicher Anreiz
Ein weiterer Faktor war das vertraute Trainerumfeld. Mit Head Coach Shuan Fatah sowie mehreren Coaches aus dem Nationalmannschaftsumfeld, wie Elias Gniffke und Gerrit Meister, trifft Kruse in Tirol auf bekannte Gesichter.
„Das macht es natürlich noch verlockender, wenn man nicht in ein komplett unbekanntes Umfeld kommt.“

Rolle in der Offense: Mehr als nur Blocker
Kruse sieht sich selbst als vielseitigen Tight End. In Hamburg vor allem als zusätzlicher Blocker eingesetzt, erhofft er sich in Tirol mehr Möglichkeiten im Passspiel.
„Ich glaube, dass ich das, was ich bislang noch nicht so zeigen konnte, im Passspiel besser einbringen kann.“
Unter einem neuen Offensive Coordinator soll sich die gesamte Offense weiterentwickeln, inklusive einer erweiterten Rolle für den Tight End.
Blick nach vorn
Ob Tirol ein langfristiges Zuhause wird, lässt Kruse offen. Zunächst geht es darum, sich als Import in einer europäischen Topliga zu beweisen.
„Erst einmal die erste Saison spielen und dann schauen wir weiter.“
Mit dem Wechsel zu den Raiders Tirol und dem bevorstehenden Start in der EFA betritt John Levi Kruse sportliches Neuland. Ein Schritt, der gut überlegt ist und der das Potenzial hat, seine Karriere auf das nächste Level zu heben.






