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Justin Derondeau

Gerade einmal eine Stunde mit dem Auto liegen die beiden Heimstadien der Cologne Centurions und Rhein Fire auseinander. Dadurch hat das Gästeteam beim Battle of Rhein die kürzeste Anreisezeit aller möglichen Begegnungen in der European League of Football. Hinzu kommt, dass die Städte Köln und Düsseldorf (Hauptsitz von Rhein Fire) in fast allen Sportarten eine Rivalität miteinander führen. Diese Rivalität möchte man sportlich auch gerne mit in die European League of Football nehmen, auch wenn Rhein Fire diese Saison in Duisburg spielt.

Wer stoppt den Abwärtstrend?

Noch vor zwei Wochen war bei den nord­rhein-west­fä­lischen Franchises alles in Ordnung. Rhein Fire war unerwartet mit drei Siegen in die Saison gestartet, hatte kaum mit Verletzungsausfälle zu kämpfen und erzielte einen neuen Zuschauerrekord in der European League of Football. Bei den Centurions hatte man zwar nach zwei Siegen die erste Niederlage hinnehmen müssen, doch wurde das Spiel in Barcelona nur knapp verloren. Dass die Air-Raid-Offense plötzlich nicht mehr so flüssig laufen und die Defense sich nicht verbessern würde, daran hatte man in Köln nicht geglaubt. Doch in den letzten beiden Wochen folgten für beide Teams zwei Niederlagen, besonders Köln sah dabei nicht mehr wie ein Playoff-Anwärter aus.

Nun also erhoffen sich beide Teams einen bounce back, wenn Rhein Fire am Sonntag die Cologne Centurions in der Schauinsland-Reisen-Arena in Duisburg empfängt. Am Freitag Mittag waren bereits 8.162 Karten verkauft worden. Die Erfahrungen der letzten beiden Heimspiele zeigen, dass auch am Spieltag selbst noch hunderte Karten verkauft werden. Ein neuer Zuschauerrekord für ein Regular Season Game ist somit bereits sicher.

Fire Party

Den Gesellschaftern von Rhein Fire liegt eine gute Powerparty sehr am Herzen, sodass jedem Fan ein schönes Rahmenprogramm vor dem Spiel geboten wird – egal ob Anhänger:in der Centurions oder von Rhein Fire. An diesem Sonntag wird es neben Live Musik, Pyromaniacs Show und Bull Riding auch einen Hindernisparcours geben.

Cologne Centurions: Defense muss upsteppen

Die Centurions haben mit dem deutschen Quarterback Jan Weinreich den ELF Passing Leader im Team. Er warf in den ersten fünf Spielen der Saison bereits 1576 Yards. Momentan kämpft er jedoch mit einer Erkältung. Es bleibt also zu hoffen, dass er bis Sonntag wieder fit ist, damit die Centurions mit voller Stärke ins Rhein-Duell starten können. Sollte Weinreich, der seit Donnerstag wieder im Training ist, fit sein, können die Fans sich auf die Connection zwischen ihm und Wide Receiver Quinten Pounds freuen. Pounds erzielte bereits zehn Receiving Touchdowns für die Centurions. Das ist Liga Bestwert. Zu Beginn der Saison harmonierte der selbsternannte Ballschmeißer auch gut mit Paul Lenhardt, doch wird dieser auch in Week 6 verletzungsbedingt schmerzlich vermisst.

Um flexibler zu sein, sollten die Centurions das Laufspiel besser integrieren. Hier vermisst man den zweiten A-Spot, der seit Week 2 nicht mehr besetzt wurde. Die Kölner greifen daher auf Dean Tanwani und Toby Nick zurück, wobei ersterer zuletzt ebenfalls angeschlagen war. Nach großen Verletzungssorgen in der Offensive Line entspannt sich die Lage etwas, sodass Leander Wiegand zurück im Kader ist, aber noch nicht starten wird.

Um konkurrenzfähig zu sein, muss sich insbesondere die Defense steigern. Mit 200 zugelassenen Punkten haben nur die Istanbul Rams mehr Scores kassiert. Eine große Schwäche ist derzeit die Laufverteidigung. Mit 152,0 Yards pro Spiel haben es die Running Backs nirgends leichter, Raumgewinn zu erzielen, als gegen Köln. Vor diesem Hintergrund tut es umso mehr weh, dass die Centurions weiterhin auf Linebacker Marius Kensy verzichten müssen. Auch die beiden niederländischen Defensive Backs Ibrahim Eldewieh und Dany Lamy sind gegen Rhein Fire nicht dabei.

Ich sehe es als Chance zu zeigen, wie wir mit Misserfolg umgehen. Wir können besser spielen als gegen Berlin und Frankfurt und wir werden besser spielen. Das Wichtige ist jetzt weiterzumachen. Wir müssen uns daran erinnern, wer wir sind und sein können. Wir können ein richtig gutes Team sein, wenn wir voll konzentriert sind.

Cologne Centurions Head Coach Frank Roser

Rhein Fire gibt sich selbstbewusst

Die Zeit der Centurions ist schon lange vorbei ❌Am Sonntag werden sie die nächste schmerzliche Niederlage auf dem Feld hinnehmen müssen! Das mit „Veni, vidi, vici“ wird leider nichts für euch @centurionscologne 🤷‍♂️💪.

Rhein Fire Instagram Post vom 8. Juli 2022

Im Vorfeld des Spiels gab sich Rhein Fire selbstbewusst. Trotz zweier Niederlagen ist man sich seiner Stärken bewusst. Zu diesen zählt die QB-WR-Connection zwischen Matt Adam und Nathaniel Robitaille, die die gegnerische Secondary zum Verzweifeln bringen kann. Es ist kaum verwunderlich, dass Robitaille mit 523 Yards auf dem dritten Rang bei den Receiving Yards liegt. Dennoch war Rhein Fire häufig eindimensional im Passspiel. Im Grunde genommen verteilte Adam nur im Spiel gegen die Rams die Bälle gut auf viele Receiver.

Wie bereits angesprochen, ist die Laufdefensive der Centurions besonders schwach. Das dürften die Running Backs des Düsseldorfer Franchise ausnutzen können, schließlich sind Jason Aguemon und Daniel Rennich in dieser Saison schon mit ganz anderen Kalibern fertig geworden.

Die Defense von Rhein Fire muss sich auf eine passlastige Offense einstellen. Besonders Quinten Pounds muss aus dem Spiel genommen werden. Neben ihm ist auch der letztjährige Offensive Rookie of the Year Louis Geyer ein beliebtes Target von Weinreich. Nachdem Hamburg letzte Woche gezeigt hat, wie man erfolgreich gegen Rhein Fire laufen kann, wird es interessant zu beobachten sein, ob die Centurions dem Vorbild folgen können.

Rhein Fire geht als klarer Favorit in die Partie, doch auch die Centurions geben sich nicht kampflos geschlagen. Man sollte die Kölner ebenfalls auf dem Zettel haben. Verlieren ist verboten, will man die Playoffs noch erreichen.

Elias

Elias ist seit Ende August 2021 Teil von Foot Bowl. Mail: hoffmann-footbowl@gmx.de