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Jonny

Am letzten Wochenende stand endlich das von den Fans langersehnte Finalwochenende der European League of Football in Duisburg an.

Charity Flag Football Game

Das angekündigte Football-Fest wurde bereits am Samstag mit dem FIBO Family Day auf der Westseite der Schauinsland-Reisen-Arena ab 12:00 Uhr eröffnet. Das Wetter am Samstag war leider nicht ganz so gut wie am Sonntag, aber zumindest blieb es Trocken. Ob am Family Day wirklich viel los war, kann ich nicht genau sagen, weil ich erst einige Zeit vor dem Charity Flag Football Game am Stadion angekommen bin. Zu diesem Zeitpunkt waren aber nur noch wenige Besuchende auf dem Areal zu sehen.  

Ursprünglich hatte ich Karten für den Oberrang im Internet erworben, der blieb aber aufgrund des überschaubaren Andrangs zu dem Spiel geschlossen. Da die Eintrittsgelder direkt an Viva con Aqua gingen, hatte sich darüber keiner der Anwesenden beschwert- jedenfalls nicht offensichtlich. An der Kasse gab es also noch genügend Tickets für Kurzentschlossene. Im Ergebnis herrschte freie Platzwahl und auch am geöffneten Verpflegungsstand ging es relativ entspannt zu. Erfreulicherweise konnten deshalb auch meine essenstechnischen Sonderwünsche erfüllt werden.

Das Spiel selbst war durchaus unterhaltend und wurde von den angereisten Cheerleader der Cologne Centurions begleitet. Auch die Maskottchen der New England Patriots und von Frankfurt Galaxy waren am Spielfeldrand unterwegs. In der Halbzeit gab es einen Auftritt der Sängerin Lara Hulo und ein Ballspiel mit zwei Kindern aus dem Publikum, die sich jeweils über eines der seltenen Trikots als Preise freuen durften.

Während des Spiels gab es einen fragwürdigen Einsatz des Spielers Icke Dommisch, der sich kurzerhand als Referee einsetzte und aus meiner Sicht einen teilweise fragwürdigen Einsatz seiner gelben Flagge vollführte. Ich könnte jetzt aber nicht behaupten, dass dies für das spätere Ergebnis von 33-20 für das Team ELF & Friends von Björn Werner verantwortlich wäre. Trotz guter Aktionen des Teams Viva All-Stars von Kasim Edebali reichte es am Ende nicht für einen Sieg. Am Ende kamen die Spieler*innen für ein Foto an den Spielfeldrand und Kasim machte noch etwas Stimmung. 

Insgesamt war das Flag Football Game eine tolle Werbung für diesen Sport mit familienfreundlichen Eintrittspreisen. Schade, dass nur einige hundert Zuschauende anwesend waren, das Spiel hätte aus meiner Sicht mehr Resonanz verdient gehabt. Vielleicht hätte dafür noch früher und noch mehr Werbung gemacht werden müssen. Weil so wenige Zuschauende gekommen war, hatte ich stellenweise leider den Eindruck, dass sich die Interaktion auf und neben dem Feld mehr auf die Online-Community, sprich auf das Posen vor den zahlreichen Kameras verlagerte. Dennoch hat mir der Besuch gefallen, obwohl ich einige der Spieler*innen nicht gekannt habe. Ich würde auf jeden Fall wieder hingehen. 

Honors Night 

Die etwas kurzfristige Verlagerung der Honors Night von Düsseldorf nach Duisburg stellte einen buchungstechnisch zwar vor eine besondere Herausforderung, ermöglichte letztendlich aber einen unkomplizierten Wechsel nach dem Charity Game- sofern man eine Eintrittskarte hatte oder spontan noch eine am Ticketschalter kaufte. Neben den Gästen kamen auch die Spieler und Trainer am Eingang an, was einem das ein oder andere Foto ermöglichte. Ich suchte mir einen Stehplatz mit guter Sicht auf die Bühne aus und verfolgte das Programm. 

Die Nominierten wurden pro Kategorie nochmals vorgestellt und anschließend der jeweilige Preisträger verlesen, welcher anschließend auf die Bühne kam und einige Dankesworte sprach. Am Ende des Programms kamen nochmals alle Preisträger auf die Bühne und präsentierten eine besondere MVP-Cap, die es am Abend auch zu kaufen gab. Teilweise wurde offenbar versäumt die Schilder von den Caps zu entfernen, was ich ziemlich lustig fand.

Bei der Preisverleihung zum Coach des Jahres, meldeten sich kurz einige Stuttgarter Fans im Raum, die mit der Entscheidung wohl nicht ganz einverstanden waren. 

Insgesamt fand ich die Veranstaltung entspannt und war froh gekommen zu sein. Allerdings hörte ich von einigen Gästen, dass sie mit der Ausrichtung der Sitzplätze, ohne direkte Sicht auf die Bühne, nicht ganz einverstanden waren. Ferner war es mir während der Preisverleihung in der Location zu laut und mir persönlich fehlte dadurch auch etwas der feierliche Charakter. Von der Moderation schien das niemanden zu stören. Eine kurze Durchsage, ob man nicht etwas leiser sein könnte, hätte ich durchaus für angemessen gehalten. Die Online-Übertragung des Events hat dies wohl nicht gestört, aber die Atmosphäre vor Ort sollte aus meiner Sicht eben auch stimmen.

Am Ende der Verleihung übernahm ein DJ die Bühne. So richtige Partystimmung sah ich nicht aufkommen, weshalb ich mich nach einigen Gesprächen auf den Rückweg ins Hotel gemacht habe. Ich kann einen Besuch aber grundsätzlich nur empfehlen und habe auch hier nicht ganz verstanden, warum nicht mehr Leute aus der Gegend um Duisburg gekommen waren.

Fan Huddle

Am Sonntag brach ich gegen 11:00 Uhr in Richtung Stadion auf. Offenbar gab es für den Spieltag, zumindest nach Auskunft der Busfahrerin, keine Sonderbusse oder Ähnliches, weshalb der Linienbus sehr schnell mit Football-Fans gefüllt war. Wie sich nach einem Kilometer Fahrt herausstellte, war er offenbar sogar überfüllt. Alle mussten aussteigen, weil es ein Problem gab, das die Busfahrerin technisch zu Lösen versuchte. Einige Fahrgäste hatten wohl keine Geduld und liefen sofort in Richtung Stadion los, weshalb der Bus nach einigen Minuten mit den verbliebenen Menschen seine Fahrt fortsetzen konnte.

Am Stadion angekommen war schon richtig viel los, der Fan Huddle war sehr gut besucht, von der Bühne wummerten die Bässe und einige Fans spielten Bierpong auf dem Parkplatz. Es waren wirklich viele Stände aufgebaut: Von der Bundeswehr, über Merchandising, Fanzone.io bis zu ELF-Helmen gab es einiges zu entdecken. Hinzu kam eine große Auswahl an kulinarischen Leckereien an den zahlreichen Ständen. Auf der linken Seite unter den Bäumen gab es genügend Sitzmöglichkeiten, Sonnenstühle und Getränkestände. Außerdem gab es einen Bereich, wo Groß und Klein die Football-Skills austesten konnten.

Es herrschte eine entspannte und tolle Stimmung, einige Fans hatten sich richtig in Schale geworfen oder lustig kostümiert. Eine Fangruppe der Leipzig Kings sang unter den Bäumen ihren Fansong auf die Kings und auf der Bühne wurden einige Programmpunkte geboten. Besser hätte man den Rahmen vor einem American-Football-Spiel aus meiner Sicht nicht gestalten können. Daumen hoch! Als einziger Kritikpunkt kann ich nur anführen, dass der Wasserpreis nicht den Kriterien von Foot Bowl entsprach 😉.

Championship Game

Gegen 15:00 Uhr war es dann soweit: Im Stadion ging es richtig los. Eine Schülergruppe trug einen „Football is Family“-Banner auf das Spielfeld, bevor Stuttgart Surge samt Fahne von Baden-Württemberg und Stadtwappen reinstürmte. Als dann Rhein Fire aus dem überdimensionalen Football-Helm in den Innenraum kam, bebte die ausverkaufte Hütte so richtig, die eindeutig in der Hand der Fire-Fans war. 

Anschließend kamen Soldaten und Soldatinnen des Wachbataillons des BMV marschierend auf das Spielfeld und brachten die Deutschlandflagge zur Nationalhymne mit. Diese wurde auf moderne und leichte Art von Laura Hulo samt Saxophonbegleitung vorgetragen. Den Coin Toss übernahm an diesem Tag die US-Generalkonsulin Pauline Kao. 

Als jemand, der bereits bei NFL-Spielen war, kann ich definitiv bestätigen, dass das auf dem Spielfeld ganz großes Kino mit Gänsehautcharakter war. Chapeau an die Liga und das gesamte Organisationsteam! 

Der Spielverlauf selbst wurde bereits vielfach beschrieben, weshalb ich an dieser Stelle darauf verzichte. Rhein Fire hat nach einer überragenden Saison mit 53:34 verdient die Trophy gewonnen. Stuttgart Surge konnte im Finale lange Zeit mithalten und kann durchaus zufrieden auf eine gute Saison blicken.

Leider musste ich bereits vor der Pokalübergabe das Stadion verlassen, weil nach meinen Informationen kein Sonderverkehr zum Bahnhof eingerichtet war und ich unbedingt meinen Anschlusszug in Köln pünktlich erreichen musste. Am Bahnhof angekommen, war schon wieder Chaos bei der Bahn, weshalb ich kurzfristig auf einen früheren Zug ausweichen musste. Nur deshalb erreichte ich in Köln auch meinen Zug. Allerdings fuhr dieser einige Zeit später wohl ein Wildschwein an und die Fahrt verzögerte sich enorm. Gegen 2:00 Uhr in der Nacht fiel ich dann ziemlich müde aber wirklich zufrieden in die Federn.

Ein tolles Football-Fest und ein gelungener Abschluss der dritten ELF-Saison!

https://www.patreon.com/FootBowl13
Jonny

Hatte 2021 schon mal ne ELF-Website und ist seit 2022 gerne beim Team von Foot Bowl dabei. Besuche mich auf Twitter!

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