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Jonny

Ohne genauere Informationen zu den internen Vorgängen der Ligen zu haben, war das Verhältnis zwischen der in Deutschland bestehenden German Football League (GFL) unter dem Dach des American Football Verbands Deutschland (AFVD) und der European League of Football (ELF) mit dem Start in 2021 zweifelsfrei schlecht.

Der vereinsbasierte Football-Betrieb, mit entsprechenden Amateur- und Jugendligen und auch einer zweiten Liga sah sich mit einem finanzorientierten Franchise-Modell konfrontiert. Zum Start der ELF ließ der damalige Sprecher und Ligavorstand der GFL, Axel Streich, kein gutes Haar an der neuen Liga:

„Das tut dem Football aus unserer Sicht nicht gut. Zumal sich diese Franchises und die Liga insgesamt der vorhandenen Strukturen bedient und für wirtschaftliche Interessen ausnutzt, ohne Kompensation anzubieten.“

Tilman Engel, ehemaliger Manager bei Frankfurt Galaxy bekräftigte diese Einschätzung mit den Worten:

„Der existierende deutsche Football wird kannibalisiert. Es werden keine neuen Dinge geschaffen, sondern aus bestehenden Vereinen Teile des Kaders herausgebrochen.“ und weiter „Der Markt ist für zwei Ligen dieser Art nicht groß genug, weder für Zuschauer noch Sponsoren. Von der Tradition und der Loyalität kann es perspektivisch nur einen geben – und das wird der deutsche Footballverband sein“

Zitate von https://www.sportschau.de/american-football/elf-gfl-100.html

Außerdem war Engel sich sicher, dass die amerikanische National Football League (NFL) die ELF nur als „Zwischenprodukt“ dulden und das Projekt ELF zugunsten der Marktexpansion der NFL langfristig sterben würde.

Fronten in der zweiten ELF- Saison weiterhin verhärtet

Nach der ersten Saison der ELF waren die Fronten weiterhin verhärtet. Die Kommunikation zwischen der GFL und der ELF waren laut Axel Streich „recht oberflächlich“ und auch der ELF-CEO Zeljko Karajica bestätigte „Im großen Austausch sind wir nicht“. Die GFL hatte bereits in der ersten Saison Spieler oder Trainer an die ELF verloren.

Teams, wie die Stuttgart Scorpions, hätten zum damaligen Ligastart gerne mit einem eigenen Team in der ELF mitgemischt ohne auf den Spielbetrieb in der GFL verzichten zu wollen. Ein solches Vorhaben wurde damals aber vom AFVD abgelehnt.

Innerhalb der zweiten Saison der ELF gab es auch den ein oder anderen Fall, der zusätzlich für negatives Aufsehen sorgte. So drohten die Marburg Mercenaries mit einem „zivil- und strafrechtlichen Nachspiel“ für ihren Runningback Joshua Mack, weil dieser innerhalb der GFL-Saison zu den Cologne Centurions wechselte. Die Saarland Hurricanes waren über den Wechsel ihres Quarterbacks Janis Kaiser zu Stuttgart Surge ebenfalls nicht „amused“.

Während die ELF ihre Popularität und Beliebtheit ausbauen konnte, kam die GFL weiterhin nicht richtig vom Fleck und brachte Enttäuschung bei den Fans hervor. Dies kann man beispielsweise beim Football nachlesen.

Wechsel an der Spitze zum Neuanfang

Kurz vor der anstehenden Bundesversammlung des AFVD im letzten Quartal des Jahres 2022 trat der seit 1997 im Amt befindliche Präsident, Robert Huber, zurück um seiner frühzeitigen Abwahl zuvorzukommen.

Anfang des Jahres 2023 wurde dann das Chaos, dass der ehemalige Präsident an seine Nachfolger hinterlassen hatte, deutlich. So war in einem Bericht des TOUCHDOWN24 Magazins die Rede von „ungewöhnlichen Kontobewegungen“, vermehrten Vertragsabschlüssen mit Hubers Firma und einer unvollständigen Buchhaltung.

Endlich redet man miteinander

Als Football-Fan konnte ich von Anfang an nicht verstehen, weshalb man von Seiten des AFVD und der GFL die European League of Football nicht mehr als Chance für eine gemeinsame, bessere Zukunft des Sports in Deutschland sah. Trotz seiner nicht zu vergessenden Verdienste für den American Football in Deutschland, hatte die ablehnende Haltung des ehemaligen AFVD-Präsidenten sicher einen gehörigen Anteil daran.

Jedenfalls fühle ich mich in dieser Einschätzung bestätigt, denn nach dem Wechsel an der Spitze reden die Ligen nun offensichtlich miteinander. So gab es am letzten Freitag zum ersten Mal ein ordentliches Meeting zwischen den Verantwortlichen der GFL und des AFVD und der ELF.

„In dem vierstündigen, konstruktiven Meeting wurden verschiedene Grundsatzthemen diskutiert. Grundtenor war, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und im Sinne der Sportler und der Akteure in den Vereinen und Teams sowie der Fans eine Basis für Lösungen zu finden. Einig war man sich sofort, dass die Kommunikation untereinander der erste wichtige Schritt ist. Gute Ansätze gab es auf für eine mögliche Regelung von Spielertransfers sowie die Abstimmung der Terminkalender, insbesondere der Endspiele.“

Quelle: Instagram Post der GFL

Die ELF teilte außerdem mit, dass im August ein spielfreies Wochenende für mögliche Maßnahmen der Nationalmannschaft geblockt worden sei. Weitere Themen soll in kommenden Gesprächen behandelt werden.

Ich bin richtig froh, dass die Verantwortlichen endlich das gemeinsame Gespräch gesucht haben und bin auf die weitere Entwicklung in dieser Sache mehr als gespannt.

Jonny

Hatte 2021 schon mal ne ELF-Website und ist seit 2022 gerne beim Team von Foot Bowl dabei. Besuche mich auf Twitter!

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