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Munich Ravens

Seit vielen Jahren sind Kochsendungen, wie „Grill den Henssler“ oder die „Küchenschlacht“ fester Bestandteil im Programm des linearen Fernsehens. Auch im Streaming-Umfeld gibt es zahlreiche Kochformate. Zahlen von statista.com lassen darauf schließen, dass diese Sendungen bei den Zuschauenden weiterhin beliebt sind. Dies könnte ein Grund dafür sein, dass die Munich Ravens seit kurzer Zeit ebenfalls mit einem neuen Format auf Sendung sind, welches Kochen und American Football zusammenbringen soll. Mit „Tackling the Taste“, das als „Podcast der alle Fragen rund um die Munich Ravens, Sport und die besten Gerichte der Welt beantwortet“ beschrieben wird, senden die Munich Ravens neuerdings auch aus dem Spiegelberger‘s Diner in Unterschleißheim. Bisher wurden zwei Folgen „Tackling the Taste“ produziert und sind auf YouTube oder als Podcast auf den bekannten Plattformen verfügbar. Die Episoden 1 und 2 habe ich mir intensiv angeschaut und für euch zusammengefasst.

Als Show-Host und „Küchenhilfe“ moderiert Quirin Friedel, der Stadionsprecher der Munich Ravens durch den Videocast. Das Set im Spiegelberger´s, einem Classic American Diner, eignet sich grundsätzlich hervorragend für eine solche Sendung. Alles ist gut ausgeleuchtet und das Kamerabild wirkt perfekt. Für ein dynamisches Bild sorgen allein 3-4 Personen mit ihren Kameras während der Übertragung. Um den Kochbereich herum sitzt auf den normalen Plätzen des Diners auch Publikum, das während der Sendungen seine Fragen auf Bierfuizl (Bierdeckel) schreiben kann, was mich spontan an den Late-Night-Talk mit Ina Müller (Inas Nacht) erinnerte- auch wenn das viele hier vielleicht nicht kennen werden?! Fragen aus der Community sind ebenfalls auf den Bierdeckeln vorbereitet.

Episode 1

In der Premiere vor zwei Wochen empfing Quirin Friedel die American Football-Influencerin Stephy Schutta, die als Rezept „Spaghetti á la Schutta“ mitgebracht hatte. Die Zutaten wurden innerhalb der Sendung kurz eingeblendet, aber weiter wurde nicht darauf eingegangen.

Nach etwas Smalltalk ging es an das Schneiden der Zwiebeln, was Quirin übernahm. Nebenbei wurde darüber geredet, wie Stephy zum Football kam oder welches NFL-Team sie verfolgt. Spontan wurde dann ein Insta-Live über ihren Account gestreamt, was irgendwie etwas vom Kochen ablenkte.

Als Quirin dann ein Glas Wein einschenkte, kam eine Erinnerung an die Kochsendung von Alfred Biolek auf- den kennt ihr jetzt aber, oder?! Anschließend trat Dario Strobel– der kreative Kopf hinter der Sendung- in Erscheinung für ein Quizspiel. Dabei geht es am Ende darum, Tickets für Heimspiele der Ravens durch den Gast oder den Show-Host zu erspielen. In der ersten Runde wurden Antworten vorgegeben und die passende Frage musste gefunden werden- Jeopardy! lässt grüßen? Das kennt ihr jetzt aber, oder? Danach folgte eine Schnellrunde mit Fragen auf welche die richtige Antwort gegeben werden musste. Am Ende gewann Quirin das Premierenspiel.

Nach weit über einer halben Stunde Sendezeit war bereits viel in der Sendung passiert, aber kochtechnisch waren gerade einmal einige Zwiebeln in der Pfanne zubereitet. Thematisch wechselte man nun endlich zu den Munich Ravens und natürlich zur European League of Football allgemein. Stephy erzählte anschließend über ihre Pläne einer YouTube-Serie über die GFL, bevor einige ältere Fotos aus ihrem Instagram-Account eingeblendet und besprochen wurden.

Gegen Ende der Sendung ging es natürlich noch um den NFL Super Bowl und um das Lieblingsteam von Stephy, den Kansas City Chiefs. Das Essen war fertig und wurde auch an das Publikum verteilt. Die ersten gut 1:20 h Sendezeit waren vorbei.

Episode 2

In der zweiten Folge war Tizian Vogl, Defense End der Ravens als Gast eingeladen. Als Rezept hatte Tizian „Pfirsich Curry-Putengeschnetzeltes mit Nudeln“ mitgebracht. Wie auch Stephy in der letzten Sendung, kocht Tizian eher nach Gefühl als nach einem festen Rezept, was ich für ein Kochformat irgendwie lustig finde.

Insgesamt ging es in der zweiten Folge deutlich schneller ans Kochen und selbstverständlich auch deutlich schneller um Themen der Ravens. Das Glas Wein á la Alfred Biolek gab es nicht und wurde durch eine Flasche Bier ersetzt. Tizian erzählte seinen Football- Werdegang und plauderte über die letzte Saison bevor erneut Dario für eine Quizrunde auftauchte. Als Optimierung zur letzten Sendung wurden zwei Buzzer-Knöpfe eingeführt. Leider halfen diese bei der Beantwortung der Fragen nicht wirklich. Bei Fragen wie: „Wie buchstabiert man Rhabarber?“; „In welchem Jahr wurde die NFL gegründet?“ oder „Welche NFL-Teams haben einen Vogel in ihrem Namen?“ taten sich beide Quizkandidaten überraschend schwer. Zum Trost erfuhr man bei der Schätzfrage, dass ein Döner in der Lobby Lounge des Hotel Adlon in Berlin stolze 37 Euro kostet.

Auch in dieser Sendung wurden alte Fotos aus dem Instagram-Account des Gastes gezeigt und besprochen. Das Publikum war deutlich aktiver als in der ersten Sendung und es wurde sogar eine direkte Frage gestellt, was ich sehr gut fand. Am Ende der Sendung wurde das Essen wieder an das Publikum verteilt, in dem auch einige O-Liner der Ravens saßen.

Für die nächste Sendung am 26. Februar ist Sebastian „Stolle“ Stolz, der GM der Munich Ravens, eingeladen. Wer in der Sendung vor Ort dabei sein will, kann sich im Diner einen Tisch reservieren.

Mein ehrliches Fazit zu Tackling the Taste

Zweifellos wird die European League of Football immer populärer und damit wächst auch das Angebot an Podcast-Formaten. Die Munich Ravens haben mit ihrem Kochformat sicher eine tolle Idee aufgegriffen. Der Erstaufschlag der Sendung kann sich produktionstechnisch sehen lassen. Für mich persönlich ist es aber nach zwei Episoden wirklich schwer, dieses Format konkret einzuordnen. Für ein Kochformat rückt das Kochen aus meiner Sicht deutlich zu weit in den Hintergrund, was durch Elemente wie das Quiz oder die Publikumsfragen zusätzlich verstärkt wird. Das Publikum im Spiegelberger‘s Diner wirkt räumlich etwas zu weit weg vom Sendungsmittelpunkt und kommt in Teilen dadurch sehr passiv rüber. Das ist etwas schade, weil eine solche Sendung durch Applaus oder Reaktionen aus dem Publikum lebhafter wird.

Für mich stellt sich die Frage, was „Tackling the Taste“ sein will: Soll der Schwerpunkt eher im reinen Podcast-Audioformat oder doch eher im Videocast liegen? Diese Grenzen sind heutzutage oft schwammig, aber gerade bei einem Audioformat sollte man doch noch etwas mehr erklären, was gerade in der Küche so abläuft. Gegen den Schwerpunkt Audioformat spricht irgendwie die hohe Anzahl an Kameraleuten vor Ort. Streng genommen besteht die Küche bisher nur aus einer Herdplatte in der Mitte, weitere Kochplatten „verschwinden“ schon im Hintergrund. Soll demnach eher das Gespräch mit dem eingeladenen Gast im Vordergrund stehen? Aber warum kocht man dann überhaupt etwas? Und was haben die Gerichte mit American Football zu tun? Wäre es nicht passender, amerikanische Gerichte zu kochen, die man später auch selbst nachkochen kann? Dazu würde man aber die Rezepte zum nachkochen auch benötigen.

Ich persönlich hatte hohe Erwartungen an „Tackling the Taste“, die bisher leider nicht erfüllt werden konnten. Aber vielleicht ist mein Anspruch durch diverse Kochsendungen einfach zu hoch und ich habe das Konzept der Sendung einfach nicht verstanden 😉. Ich würde mir auf jeden Fall eine Schärfung des Sendungsformats in Richtung Kochen wünschen.

Wie ist euere Meinung dazu? Schreibt es in die Kommentare!

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20. Februar 2024

Jonny

Hatte 2021 schon mal ne ELF-Website und ist seit 2022 gerne beim Team von Foot Bowl dabei. Besuche mich auf Twitter!

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