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Wie die katalanische Zeitung diari més am Mittwochabend berichtete, besteht eine 50-prozentige Chance auf einen vorzeitigen Auszug der Barcelona Dragons aus dem Estadi Municipal de Reus. Noch vor der diesjährigen Saison stand ein Umzug nach Barcelona oder ins nähere Umfeld der Metropole erst 2024 im Raum, zuvor wollte man in der Provinz Tarragona verweilen. Nachdem das Franchise allerdings mit einem Zuschauerschnitt von 1.025 nur wenig Menschen ins Stadion locken konnte, steht bereits jetzt das Stadion zur Debatte.

“Wir sind ein Unternehmen, das die Zahlen ausgleichen muss, und die Realität sieht so aus, dass von den Tausenden, die kommen, nur 10-12 % aus der Provinz Tarragona stammen, während die große Mehrheit aus Barcelona kommt. […] Wenn wir es schaffen, bei jedem Spiel 2.000 Zuschauer im Municipal de Reus zu haben, steigt die Wahrscheinlichkeit, dort zu bleiben, sofort auf 100 %. […] Die Wahrheit ist, dass es mich wirklich schmerzen würde, hier wegzugehen.”

Barcelona Dragons General Manager Bart Iaccarino in diari més

Es war eine überaus erfolgreiche Saison für die Barcelona Dragons, zumindest in sportlicher Hinsicht. Nachdem das Team das Jahr 2021 mit einer Bilanz von 3–7 abschloss, entwickelte man sich in dieser Saison zu einem Top-Team. Mit einem Record von 8–4 gewann man die Southern Conference und zog in die Playoffs ein, wo jedoch die Vienna Vikings eine zu große Hürde darstellten. Wie General Manager Bart Iaccarino daher resümierte, war die Dragons-Saison auf sportlicher Ebene eine 9. Auf administrativer, logistischer und finanzieller Ebene sah Iaccarino aber noch erheblichen Verbesserungsbedarf und gab dem Franchise lediglich “eine 4 oder 5”. So könne sich das Team keine weitere Saison in den roten Zahlen leisten.

Ein wichtiger Bestandteil der Finanzierung stellen die Ticketeinnahmen dar, doch gelang es dem Franchise trotz einiger attraktiven Angebote und einer herausragenden Power Party nicht, die Massen ins Stadion zu ziehen. Von einem Umzug in das Stadtgebiet Barcelonas erhofft man sich ein deutliches Zuschauerwachstum, womit man wiederum auch für Sponsoren attraktiver werden würde.

Die möglichen Stadien für die Dragons

Für die endgültige Entscheidung haben die Dragons noch bis Januar Zeit, wenn die ELF den offiziellen Kalender bekannt geben will. Doch welche Stadien kämen denn in Frage, wenn die Dragons Reus verlassen würden?

In Betracht könnte das RCD Espanyol-Stadion (Cornellà) gezogen werden. Hier gab es im Mai diesen Jahres bereits den Versuch, ein Pre-Season-Spiel abzuhalten. Nachdem das aus diversen Gründen nicht möglich war, trainierten die Dragons im Stadion, ehe anschließend ein spanisches Team gegen ein US-College spielte. Das Stadion gehört dem Fußballverein RCD Espanyol Barcelona. Es liegt in der Metropolregion Barcelona und bietet 40.500 Zuschauern Platz. Die Stadionmiete, die Abhängigkeit von einem Fußballclub sowie die große Kapazität sprechen allerdings gegen das Stadion.

Etwa zehn Kilometer nordöstlich Barcelonas gelegen ist die Stadt Badalona, aus der der spanische Serienmeister Badalona Dracs stammt. Dort befindet sich das Estadi Municipal de Badalona, das 4.170 Plätze und Kunstrasen hat. Von der Kapazität her wäre es ein kleiner Rückschritt, doch wäre es für die Fans aus Barcelona schneller zu erreichen.

Zu Zeiten der NFL Europe war das Estadi Olímpic Lluís Companys (Olympiastadion) lange Zeit die Heimstätte der Barcelona Dragons. Das Stadion, das 2023/24 als Heimstätte des FC Barcelona dienen wird, bietet 55.000 Zuschauern Platz. Allerdings gibt es eine Leichtathletikbahn um das Spielfeld herum. Da der Eigentümer die Stadt Barcelona ist, könnte die Stadionmiete günstiger sein, wenn entsprechend verhandelt wird. Wie auch das Cornellà hat das Olympiastadion einen Naturrasen.

Die Stadt Barcelona ist auch Eigentümer des Camp Municipal Narcís Sala in einem Stadtviertel im Nordosten. Das Stadion mit Kunstrasen weist 6.563 Plätze auf und wäre als Übergangsstadion geeignet. In der städtischen Umgebung erscheint aber eine Powerparty nur schwer umzusetzen zu sein.

Zu guter Letzt kann man sich auch das Estadi Johan Cruyff vorstellen, wenn sich die Dragons mit dem Eigentümer FC Barcelona einigen können. Das Stadion in Sant Joan Despí ist de facto das Nachwuchs- und Trainingsstadion des Fußballteams. Für die Dragons hätte es aktuell neben dem Standortvorteil auch eine passende Kapazität (6.000). Auch dieses Stadion hat einen Naturrasen.

Elias

Elias ist seit Ende August 2021 Teil von Foot Bowl. Mail: hoffmann-footbowl@gmx.de

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