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𝗘𝘀 𝗶𝘀𝘁 𝗲𝗶𝗻𝗳𝗮𝗰𝗵 𝗴𝗲𝗶𝗹, 𝗺𝗶𝘁 𝗲𝗶𝗻𝗲𝗿 𝘀𝗼 𝗸𝗿𝗮𝘀𝘀𝗲𝗻 𝗚𝗮𝗻𝗴 𝗮𝘂𝗳𝘇𝘂𝗺𝗮𝗿𝘀𝗰𝗵𝗶𝗲𝗿𝗲𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝗱𝗲𝗻 𝗚𝗲𝗴𝗻𝗲𝗿 𝗽𝗹𝗮𝘁𝘁 𝘇𝘂 𝗺𝗮𝗰𝗵𝗲𝗻

Foot Bowl im Interview mit dem 29 Jährigen Willi Dill, der in der aktuellen Offseason von den Allgäu Comets zum Hauptstadt Franchise Berlin Thunder gewechselt ist.

Foot Bowl:
Hallo Willi, stell dich bitte einmal kurz vor.

Dill:
Mein Name ist Willi Dill, ich bin 29 Jahre alt und spiele in der kommenden Saison als Wide Receiver bei Berlin Thunder.

Foot Bowl:
Hast du neben dem Football auch noch andere Hobbys?

Dill:
Ich habe eine kleine kreative Ader, die ich gelegentlich mit Photoshop auslebe. Ansonsten stecke ich meine gesamte Freizeit in die Vorbereitung für die kommende Saison. Im Moment bin ich mit dem Football-Training und dem Fitnessstudio sehr gut ausgelastet.

Foot Bowl:
Wie bist du zum Football gekommen?

Dill:
Bevor ich zum Football kam, habe ich sehr lange Zeit beim Judo Leichtgewicht gekämpft. Ich war im Judo sogar relativ erfolgreich. Im Laufe der Zeit musste ich mich dann zwischen Profisport und einer normalen Berufsausbildung entscheiden. Meine eher konservativ eingestellten Eltern rieten mir zu einer Berufsausbildung, wodurch ich dann zwangsläufig den Anschluss zu anderen Top-Athleten meiner Generation verloren habe. Deswegen entschloss ich mich, den Judo-Sport hinter mir zu lassen. Zufällig bin ich dann auf Youtube auf ein Video von Ray Lewis und Marshawn Lynch gestoßen und dachte mir, dass Football mein neuer Sport sein könnte. Da ich es immer bereut habe, nicht in den professionellen Judo eingetreten zu sein, entschied ich mich, diesem Sport eine Chance zu geben. So kam es, dass ich begann, bei den Allgäu Comets Football zu spielen.

Foot Bowl:
Warst du schon immer Wide Receiver?

Dill:
Eigentlich habe ich, bis auf O-line oder D-Line, bei den Comets alles gespielt. Im ersten Jahr habe ich mich natürlich erst einmal ausprobiert. Die Coaches haben mich aber schon einmal in Richtung Runningback und Receiver geschoben. Anfänglich habe ich dann noch in der zweiten Mannschaft der Comets gespielt. Dort habe ich als Receiver angefangen. Da uns aber irgendwann ein Safety fehlte, wurde ich für ein paar Snaps auch als Safety eingesetzt. Teilweise hatte ich dann auch keine Ahnung vom Playbook und habe dann einfach Man-Coverage gespielt. Mein erstes Jahr war also teilweise echt wild. In meinem zweiten Jahr hatten wir dann keine zweite Mannschaft, so bin ich dann im Haifischbecken der ersten (GFL 1) Mannschaft gelandet. Ich war zwar schon immer athletisch, aber in deinem zweiten Football-Jahr hast du noch nicht das Spielverständnis, um auf GFL-Niveau spielen zu können. Deswegen wurde ich meist nur eingewechselt, wenn ein anderer Receiver für ein bis zwei Spielzüge eine kurze Pause brauchte. Trotzdem konnte ich sehr viel Erfahrung von den erfahrenen Spielern und in den Meetings sammeln. So kam es, dass ich mich nach und nach als Receiver weiter entwickeln konnte.

Foot Bowl:
Was fasziniert dich am Football?

Dill:
Ich kann Football jetzt natürlich nur mit dem Judo vergleichen. Als ich damals auf die Matte geschickt wurde, war ich immer alleine. Beim Football ist das dann völlig anders. Du läufst mit deiner Mannschaft auf das Feld und alle haben das selbe Ziel. Es ist einfach geil, mit einer so krassen Gang aufzumarschieren und den Gegner platt zu machen.

Foot Bowl:
Gibt es beim Football auch Aspekte, die dir nicht gefallen?

Dill:
Das Joggen beim Aufwärmen. Ich hasse joggen.

Foot Bowl:
Warum der Wechsel in die European League of Football?

Dill:
Wenn man, wie ich, jetzt schon ein paar Jährchen in der GFL dabei war, dann hat man auch das Leid miterlebt, was die GFL mit sich zieht. Die ELF bietet einem Football-Spieler in Europa einfach die Bühne, die man sich wünscht. Die ELF macht sehr viel richtig und es ist sehr schön, ein Teil davon zu sein.

Foot Bowl:
Wie ist für dich dieser Gedanke zu wissen, dass du in der kommenden Saison bei Ran, More than Sports TV und Prosieben Maxx im Fernsehen zu sehen sein wirst?

Dill:
Der Gedanke ist echt mega krass, ich hab’ da wirklich sehr viel Bock drauf. Es fühlt sich auf jeden Fall an, als würde man den nächsten Schritt hin zum professionellen Spieler machen.

Foot Bowl:
Du bist von den Allgäu Comets aus dem südlichsten Süden Deutschlands in den Norden der Republik gewechselt. Wie kam der Kontakt zu Berlin Thunder?

Dill:
Mitte letzten Jahren habe ich meinen Job verloren. Ich habe bei den Berlin Adlern einen guten Freund, der mir dann riet, nach Berlin zu kommen. Die Adler würden mir sicher auch bei der Jobsuche helfen. Parallel hatte ich aber auch Kontakt zu unserem Headcoach Johnny Schmuck. Auch ihm hatte ich erklärt, dass ich nach Berlin ziehen möchte und dass es Gespräche mit den Adlern gab. Johnny fragte mich: „Magst du wirklich weiter in der GFL spielen? Oder willst du die Bühne, die du auch verdient hast?“ Dann war es auf jeden Fall klar für mich, dass ich für die Thunder spielen möchte.

Foot Bowl:
Du bist mit Berlin Thunder in der Northern Conference. Was hältst du von eurer Conference? Gegen welches Team in der Conference freust du dich am meisten diese Saison zu spielen?

Dill:
Ich denke, es ist sehr schwer zu sagen, wer in unsere Conference die Nase vorn hat. Die Northern Conference wird sehr schwer umkämpft sein. Klar wird man die Sea Devils wegen dem letzten Jahr vielleicht etwas als Favorit sehen, aber auch die Panthers waren in den Playoffs und die Kings haben diese auch nur knapp verpasst. Man hört von den Kings, dass sie diese Saison eine sehr gute Defensive haben werden. Ich freue mich schon sehr darauf, gegen diese auszutesten. Auf Hamburg freue ich mich auch sehr.

Foot Bowl:
Auf welche Mannschaft außerhalb der Conference freust du dich denn am meisten?

Dill:
Auf die Raiders Tirol, ehrlich gesagt. Innsbruck ist dieses Jahr auf jeden Fall eines der Top-Teams in der Liga. Generell bin ich sehr gespannt, wie sich die beiden österreichischen Teams in der ELF schlagen werden. Zusätzlich kenne ich in Innsbruck dann auch noch ein paar Jungs, was es dann nochmal interessanter macht.

Foot Bowl:
Welche Wünsche bezüglich der ELF hast du für die Zukunft?

Dill:
Ich wünsche mir, dass die ELF in Zukunft auf jeden Fall noch internationaler wird. Ich würde mir ein Team aus England wünschen und eines aus Frankreich. Ich hoffe natürlich auch, dass das Niveau der Liga weiter wächst, so dass wir uns in Zukunft immer weiter an der NFL orientieren können. Alle Teams der ELF sollen einfach die Bühne bekommen, die sie verdient haben.

Foot Bowl:
Welche Ziele hast du für die kommende Saison?

Dill:
Wir als Team wollen auf jeden Fall nach Klagenfurt, gar keine Frage. Letztes Jahr hatten wir bei den Thunder eine 3-7 Saison, doch genau das motiviert uns Spieler erst recht, alles zu geben und den ELF-Bowl zu gewinnen .

Foot Bowl:
Was möchtest du unseren Followern noch sagen?

Dill:
Achtet nächstes Jahr auf die Nummer 6 der Berlin Thunder. Ich werde euch eine Show liefern. Feel the Thunder.