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Vienna Vikings (5)

 

Die Vienna Vikings haben eine großartige Offseason. An dieser Aussage kann kaum gezweifelt werden, schließlich befindet sich das Wiener Franchise nur wenige Monate nach der deutlichen Niederlage der Dacia Vikings gegen die Swarco Raiders im Austrian Bowl auf dem Weg, das Powerhouse der ELF zu werden. Denn auch wenn mit 15 Athleten bisher nur ein Bruchteil des Kaders für die kommende Saison offiziell bekannt ist, lassen die acht Offensiv- sowie sieben Defensivspieler bereits erahnen, in welche Richtung es 2022 gehen soll. Mit Sicherheit ist ein breit aufgestellter Kader auch mehr als notwendig, schließlich stehen die Vikings nicht nur mit dem amtierenden ELF-Champion Frankfurt Galaxy und dem amtierenden österreichischen Meister Raiders Tirol in einer Conference, sondern treten in den Interconference Duellen unter anderem auch gegen die Panthers Wrocław aus Polen an, deren Offseason ebenfalls eine positive Zukunft vermuten lässt.

 

In Wien scheint man momentan eine gute Mischung aus Kontinuität und Veränderung sowie aus jüngeren und erfahreneren Athleten gefunden zu haben. Für die Kontinuität steht unter anderem Chris Calaycay, der bereits seit 2007 Headcoach der Vikings ist und unter anderem eine auf nationaler und internationaler Ebene ungeschlagene Saison 2013 verantwortete. Eine Veränderung wird hingegen aller Voraussicht nach bei der Stadionwahl erfolgen, denn die endgültige Einigung mit den Betreibern der Generali Arena ist nur noch Formsache. In den ELF-Kader wurden zudem in etwa 25 Athleten aus dem letztjährigen AFL-Kader aufgenommen, wohingegen die restlichen Plätze durch Neuzugänge gefüllt werden sollen. Dies gelang den Vikings in den letzten Wochen bereits sehr gut, schließlich stehen inzwischen der mehrmalige AFL Defense MVP Thomas Schnurrer (vormals Graz Giants) oder auch Florian Albrecht (Danube Dragons) im Kader der Wikinger. Zudem wurden erfahrene Eigengewächse wie Dustin Illetschko oder Aleksandar Milanovic (beide 30 Jahre) zurückgeholt.

 

In dieser Woche nahm der Kader endgültig Konturen an, denn es wurden sowohl die ersten Defensive Lineman vorgestellt und ein ligainterner Wechsel forciert als auch die Quarterback-Lösung präsentiert. Enttäuscht wurden die Vikings-Fans hierbei sicherlich nicht.

#1 Adrià Botella Moreno (TE)

 

Den Anfang machte der Spanier Adrià Botella Moreno, der von den Hamburg Sea Devils zu den Vikings stößt. Botella war zuletzt nicht nur in das ELF All Star Team gewählt, sondern auch in das All-Europe Team des Football-Portals „American Football International“ ernannt worden. Diese Auszeichnungen waren logische Folgen seines herausragenden Jahres, das bei seinem Heimatverein – den L’Hospitalet Pioners – begann. Mit den Pioners gelang Botella an der Seite von Quarterback Zach Edwards der Aufstieg in die LNFA Serie A. Anschließend wurde er von den Hamburg Sea Devils verpflichtet, deren teaminterner Receiving Leader Botella wurde. Botella erzielte in elf Spielen 750 Yards Raumgewinn und sechs Touchdowns. Der Offense Team MVP der Hamburger erreichte mit den Sea Devils das Championship Game in Düsseldorf, das bekanntlich jedoch knapp verloren ging. Nun eröffnet der 28-jährige Botella für den neuen Quarterback eine weitere Option im Passspiel, worauf der Fokus im Offensiv-Konzept der Wikinger liegen dürfte.

#2 Leon Balogh (DE)

 

Ein gelungenes Passspiel des Gegners versucht hingegen Leon Balogh zu verhindern und genau das tat der 25-jährige Österreicher als AFL Sack Leader und Defense MVP der letzten Jahre auch überaus erfolgreich. Obwohl es nach eigenen Angaben Gespräche mit Barcelona und Frankfurt sowie Interesse aus Innsbruck gab, entschied sich Balogh für einen Verbleib in Wien. Seine Ziele hält er auch in der österreichischen Hauptstadt für erreichbar: „Das Ziel mit den Vikings ist ganz klar der Titel. Ich glaube, dass wir gut genug sind und zum Kreis der Titelanwärter gehören. Persönlich will ich natürlich auch meine Statistiken anführen, ein erneuter Defense-MVP wäre auch nicht schlecht“, so Balogh im Gespräch mit Gerald Richter von heute.at. Der Defensive End könnte zudem noch zu Höherem berufen werden, schließlich wurde er im Oktober zum NFL International Combine nach London eingeladen. Die Entscheidung darüber, welche der knapp 50 Athleten es zur IMG Acadamy nach Florida schaffen, steht derweil noch aus.

#3 Maximilian Müllner (DE)

 

Ein weiteres Eigengewächs der Vikings wurde mit Maxi Müllner vorgestellt. Der 23-jährige Defensive End möchte sich in der nächsten Saison weiter steigern, nachdem er in der letzten AFL-Saison so viele Defense-Snaps wie noch nie zuvor bekommen sowie mit 22,5 Tackles und vier Sacks in zehn Spielen sein Talent unter Beweis gestellt hatte. Angefangen hatte er als Offensive Tackle, ehe er in seinem Auslandsjahr an der Chuckey-Doak High School in Tennessee zum Defensive End umgeschult wurde. Bei den Vikings füllte der Junioren-Europameister von 2017 zudem gelegentlich auch die Position des Kickers aus.

#4 Benjamin Rab (OL)

 

Um ihrem neuen Quarterback die Zeit zu verschaffen, die der Pocket Passer braucht, wird eine stabile Offensive Line benötigt. Einen Teil hierzu soll der in wenigen Tagen 33-jährige Benjamin Rab beitragen. Rab begann wie die Wegan-Brüder bei den AFC Rangers Mödling mit dem American Football. Als einer von drei Mödlinger Athleten stand er 2014 im erweiterten Kader Österreichs für die Europameisterschaft, doch schaffte er es letztlich nicht in den 45er-Kader. Aus dem Blickfeld der Nationalmannschaft geriet er jedoch nie, sodass er zuletzt sogar beim Spiel um Platz fünf der Europameisterschaft das Trikot Austrias trug. Der Staatsmeister von 2020 geht nun in seine dritte Saison in Wien.

#5 Jackson Erdmann (QB)

 

Sein erstes Jahr in Wien sowie im Ausland wird der US-Amerikaner Jackson Erdmann verbringen, dessen Verpflichtung ohne Frage als Blockbuster Signing tituliert werden könnte. „Jerdydude“, wie es auf seinem Trikot bei den Wild Aces in der FCF stand und wie er sich auch auf seinen Social-Media-Kanälen nennt, hat in seiner noch jungen Karriere bereits einiges erlebt. Besonders in seiner Jugend machte der 24-jährige Erfahrungen, die ihn sein ganzes Leben geprägt haben dürften. So erfüllte er sich zunächst den Traum, unter seinem Vater als Headcoach an der Rosemount High School als Starting Quarterback zu spielen. Im Winter vor seinem Senior-Jahr erkrankte Erdmann jedoch am Pfeifferschen Drüsenfieber, in dessen Folge sich eine Kleinhirnataxie entwickelte. Erdmann verlor die Kontrolle über seine Muskeln, konnte wochenlang weder gehen, stehen noch aufrecht sitzen. Geradeaus zu laufen, musste er erst wieder erlernen.

Ehrlich gesagt wusste ich nach meiner Junior-Saison nicht, ob ich jemals wieder Football spielen würde. Das war schon ein bisschen beängstigend.

Jackson Erdmann im Interview bei profootballnetwork.com

Glücklicherweise verschwanden die Symptome nach einigen Monaten und Erdmann war pünktlich zu seiner letzten High-School-Saison 2014 wieder zurück auf dem Platz. Nach einer starken Saison folgte jedoch bereits der nächste Rückschlag: ein Wadenbeinbruch. Trotz dieser Verletzungshistorie wurde er von den Penn State Nittany Lions rekrutiert, doch erfolgte nach nur einem Jahr der Transfer an die St. John’s University in Collegeville, Minnesota. Beim dortigen NCAA Division III Football-Team, den „Johnnies“, entwickelte sich Erdmann befreit von Verletzungssorgen zu einem der besten Division-III-Spieler der Nation. 2018 gewann er die Gagliardi Trophy für den besten Spieler in der NCAA Division III, der zusätzlich zu seiner Leistung auf dem Feld auch ehrenamtliches Engagement leistet. In seinem Senior-Jahr 2019 bracht er 64% seiner Pässe für 5.040 Yards und 47 Touchdowns bei zehn Interceptions an und führte damit sein Team in das Halbfinale der Division-III-Championships. Er schloss seine College-Karriere mit zwölf Offensivrekorden, darunter die Rekorde für Passing Yards (11.639) und Touchdowns (139) in der Minnesota Intercollegiate Athletic Conference. Anschließend scheiterte sein Versuch, in die NFL zu kommen. Stattdessen wurde der Pocket Passer von den Blues aus The Spring League verpflichtet, die 2020 ihre Saison im Herbst abhielten, diese allerdings aufgrund der Pandemie vorzeitig beenden mussten. Anschließend spielte er für die Wild Aces aus der Fan Controlled Football League als einer der wenigen Franchise Player und gewann mit ihnen die Meisterschaft der indoor ausgetragenen Liga. Im August wurde er zu einigen Trainingseinheiten der Minnesota Vikings und der Chicago Bears eingeladen, wurde letztlich aber mit keinem Vertrag ausgestattet. Nun also wird Erdmann in Wien auflaufen, der Geburtsstadt seiner Großmutter Ursula.

Barcelona Dragons (2)

Auch die Barcelona Dragons waren in der vergangenen Woche aktiv und stellten zwei weitere US-Amerikaner für die kommende Saison vor. Die Dragons haben somit nur noch einen A-Slot frei. Die Dragons haben bereits dreizehn Spieler offiziell bekanntgegeben.

#6 Jake O’Connell (DB)

 

Die Barcelona Dragons gaben zu Beginn der Woche die Verpflichtung des US-Amerikaners Jake O’Connell bekannt. Der 26-jährige besuchte die Spencerport High School, an der er zweimal als MVP ausgezeichnet wurde. Anschließend wurde er von der State University of New York at Brockport rekrutiert und spielte fortan an der Seite von Quarterback Joe Germinerio für die Brockport Golden Eagles in der NCAA Division III. Er kam in 44 Spielen zum Einsatz und fing dabei 16 Interceptions. Mit einem Abschluss in Bewegungswissenschaft schloss er 2018 sein Studium ab. 2019 wurde er von den Quad City Steamwheelers aus der Indoor Football League verpflichtet.

#7 Kyle Sweet (WR)

 

Als sechsten Neuzugang stellten die Dragons am ersten Weihnachtsfeiertag den ehemaligen NCAA Division I Wide Receiver Kyle Sweet vor. Sweet soll den nach Hamburg abgewanderten Jéan Constant ersetzen, der im letzten Jahr der Star-Spieler des katalanischen Franchises war. Der in Rancho Santa Margarita in Kalifornien geborene Sweet ging in seinem Geburtsort auf eine katholische High School. Dort stand er bereits hauptsächlich als Wide Receiver auf dem Feld, kam aber auch als Cornerback zum Einsatz und warf als Quarterback in seiner Junior-Saison sogar für 357 Yards und zwei Touchdowns. Für seine Leistungen erhielt er bereits an der High School einige All-Star-Nominierungen. Als Drei-Sterne-Rekrut verpflichtete er sich anschließend für die Washington State University, an der er für die Cougars in der Pac-12 der NCAA Division I College Football spielte. Sweet kam in seiner vierjährigen College-Laufbahn in 50 Spielen zum Einsatz und fungierte dabei in den letzten 25 Spielen als Starter. Insgesamt erzielte er 139 Receptions für 1.454 Yards und fünf Touchdowns (10,5 Yds/Catch). Darüber hinaus war er in seiner Sophomore- und Junior-Saison auch der Punter der Cougars, ehe er in seiner letzten Saison teamintern die meisten Punt-Returns verzeichnete. Nachdem er 2019 eine Einladung zu einem Rookie-Minicamp der Los Angeles Rams erhielt, aber nicht unter Vertrag genommen wurde, meldete er sich zum Draft der XFL 2020 an. Sweet wurde nicht gedrafted, weshalb er seine Karriere im Ausland fortsetzen wollte. So wurde er von den Kirchdorf Wildcats aus der GFL verpflichtet, kam aufgrund der pandemiebedingten Absage der Saison jedoch zu keinem Einsatz.

Rhein Fire (2)

 

Auch die Kaderplanung von Düsseldorf Rhein Fire schreitet voran. Nachdem im Dezember das Combine erfolgreich veranstaltet wurde, haben inzwischen die meisten Athleten erfahren, ob sie zum zweiten Combine am 8. Januar eingeladen wurden oder eine Absage erhalten haben. Abgesehen davon gibt es auch einige Athleten, deren Teilnahme am Combine unnötig war, da sich die Coaches der Qualität der Spieler sicher waren. So konnten in der letzten Kalenderwoche bereits zwei weitere Spieler vorgestellt werden, womit nun neun Athleten offiziell im Kader stehen. Alle neun Spieler sind sogenannte Home Grown.

#8 Patrick Poetsch (FB/LS)

 

Eine starke Verpflichtung vermeldete Rhein Fire am Dienstag, als der 32-jährige Fullback und Long Snapper Patrick Poetsch der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Poetsch trifft in den Special Teams, aber auch im Run Block auf einige bekannte Gesichter, schließlich stößt er wie bereits sechs weitere Athleten von den Cologne Centurions zu Rhein Fire. Der ELF All Star war in der vergangenen Saison eine wichtige Größe im Team der Kölner. Er verhalf Madre London mit seinen Blocks zu einem gelungenen Laufspiel und verzeichnete zudem selbst zwei Touchdowns. Der in Lennep geborene Remscheider begann 2005 beim AFC Remscheid Amboss mit dem American Football, ehe er in der Folge für mehrere Teams aus Kanada, den Vereinigten Staaten, Deutschland und Österreich auf dem Platz stand. Während er in Deutschland vorrangig als Runningback eingesetzt wurde, war er im Ausland vor allem als Fullback und Long Snapper gefragt. Poetsch nahm sogar an mehreren Camps von NFL Franchises Teil, um dort seine Qualitäten als Long Snapper präsentieren zu können. Der Silbermedaillengewinner bei den World Games 2017 erfüllt sich nun mit dem Signing bei Rhein Fire ein Kindheitstraum.

#9 Nick Wiens (G)

 

Als Weihnachtsgeschenk wurde Guard Nick Wiens präsentiert, der in der letzten Saison zum Offense MVP der Cologne Centurions ernannt wurde. Auch in Düsseldorf wird die Offensive Line wertgeschätzt, denn hier wird Wiens fortan von Coach Erol Seval trainiert, der auf seinem Gebiet weit über die Grenzen NRWs hinaus bekannt ist und respektiert wird. Wiens wird zukünftig an der Seite von GFL All Star Sven Breidenbach, Albert Trovato & Co auflaufen und damit eine zweifellos starke O-Line bilden. Wiens begann im Jahr 2013 bei den Dortmund Giants mit dem American Football, ehe er 2015 zu den Cologne Crocodiles wechselte und dort in der ersten Saison mit der U19 der Junior Bowl gewann. Nachdem in der Saison 2016 die Titelverteidigung misslang, wurde er 2017 ins Herrenteam der GFL aufgenommen. Von 2018 an ließ er sich am New Mexico Military Institute bei den Broncos ausbilden. In der letzten Saison wurde er in das ELF All Star Team sowie vor Kurzem in das All-Europe Team des Sportmagazins American Football International gewählt.

Stuttgart Surge (1)

 

In der letzten Saison gehörte die O-Line der Surge unter anderem auch aufgrund von Verletzungen zu den statistisch schwächsten der Liga. So mussten die Stuttgarter Quarterbacks im Schnitt 4,6 Sacks pro Spiel hinnehmen. Darüber hinaus ermöglichte die O-Line nur 3,2 Rushing Yards pro Versuch. In der kommenden Saison soll wohl durch einen mobileren Quarterback, aber auch durch personelle Veränderungen in der Offensive Line Abhilfe geleistet werden.

#10 Benhur Ayra (OL)

Mein Ziel ist es, immer zu gewinnen. Ich hasse es, zu verlieren. Ich weiß, es wird in dieser Gruppe nicht einfach, aber wer nicht mit dem Gewinner-Mindset antritt, hat schon verloren

Benhur Ayra.

 

Einen wichtigen Schritt in diese Richtung gelang der Surge mit der Verpflichtung des Stuttgarters Benhur Ayra (26.04.1994, 195cm; 145kg), der von den New York Lions kommt. Der Offensive Lineman ist in Stuttgart kein Unbekannter, schließlich wurde er bei den Stuttgart Scorpions ausgebildet. Nachdem er dort 2011 in der Jugend mit dem Football anfing und sowohl in der GFL Juniors als auch in der Jugend-Nationalmannschaft wichtige Erfahrungen sammelte, wurde er zur GFL-Saison 2013 in das Herrenteam der Scorpions aufgenommen. Nachdem der Absolvent des Studiengangs „Soziale Arbeit“ an der Universität Kassel mehrere Jahre erfolgreich auf der Waldau gespielt hat, entschloss er sich 2018 zu einem Wechsel zum Spitzenteam der New Yorker Lions aus Braunschweig. Bereits in seiner ersten Saison wurde er nicht nur in das GFL North All Star Team berufen, sondern gewann auch mit dem Eurobowl seinen ersten Titel. Der 27-jährige war auch in der Saison 2019 erheblicher Bestandteil der Lions, mit denen er den Gewinn des German Bowls feierte. Der Klassik-Sänger bei „Rejection“ und bei „lift up!“ übernahm 2020 zudem als Coach die Offense des Braunschweiger Flag Football Teams, ehe er 2021 wieder selbst für die Lions auf dem Platz stand.

Panthers Wrocław (1)

#11 Keanu Ebanks (OT)

 

Die Panthers verpflichteten mit dem britischen Offensive Tackle Keanu Ebanks einen ELF All Star und AFI’s All-Europe, der zuletzt für die Hamburg Sea Devils spielte. Mit Ebanks stehen bei den Panthers nun bereits sieben europäische Importspieler, vier US-Amerikaner, ein Brasilianer sowie zwei Polen offiziell unter Vertrag. Auf den Positionen der Offensive Line hatten die Panthers Nachholbedarf diagnostiziert und nun deshalb kräftig investiert. Ebanks ist nach dem Franzosen Thomas Fileccia der zweite Neuzugang, während der Brasilianer Murilo Machado Silvagehalten werden konnte. Der 27-jährige Ebanks (07.04.1994 in Leeds; 197cm; 138kg) gilt als einer der besten europäischen Offensive Lineman. Er begann seine Karriere an der University of Hull im Nordosten Englands, ehe er zur Saison 2018 von den Hildesheim Invaders aus der German Football League verpflichtet wurde. Dort wusste der Brite zu überzeugen, sodass er für eine weitere Saison verpflichtet wurde. Schließlich wurden auch einige NFL Scouts auf Ebanks aufmerksam, weshalb er eine Einladung zum NFL International Combine 2019 erhielt. Letztlich wurde er aber nicht in das Pathway Program aufgenommen. Nach der Absage der GFL-Saison 2020 aufgrund der Covid-19-Pandemie musste sich Ebanks ein neues Team suchen und fand dieses in den Stockholm Mean Machines aus der schwedischen Superserien. Mit den Mean Machines erreichte er das Finale um die schwedische Meisterschaft, musste aber eine knappe Niederlage hinnehmen. In der letzten Saison war er zwar für insgesamt elf Strafen verantwortlich, ließ aber im direkten Duell kaum einen Sack zu.

Cologne Centurions (2)

#12 Felix Losch (LB)

 

Die erste Kölner Verpflichtung der Woche war die des Linebackers Felix Losch. Losch war in den letzten Jahren Teil der Solingen Paladins und gehörte dort zu den absoluten Leistungsträgern. Daher war es auch kaum verwunderlich, dass er in Solingen als Publikumsliebling gefeiert wurde. In der letzten Saison spielte er mit den Paladins in der GFL2. Dabei erzielte er teamintern die meisten Tackles. So kam er in zehn Spielen auf 58 Tackles, davon sieben Tackles for Loss und einen Sack. Zudem fing er eine Interception und wehrte weitere fünf Pässe ab. Nach Abschluss der Saison wurde er ins Sichtungscamp der deutschen Nationalmannschaft eingeladen.

Felix kommt von den Solingen Paladins zu uns, wo er lange Zeit Mannschaftskapitän war. Er hat einen sehr intensiven Spielstil und wir hoffen, dass wir sehen werden, warum er in den letzten Jahren auf dem Feld so hoch respektiert wurde, während er hier in Köln und der ELF eine neue Herausforderung annimmt.

David Drane (General Manager Cologne Centurions)

#13 Flamur Simon (LB)

Nach Marius Kensy, Leon Littfinski und Felix Losch stieß mit Flamur Simon ein weiterer deutscher Linebacker zu den Centurions. Simon gilt derweil als einer der talentiertesten deutschen Athleten auf seiner Position, schließlich wurde der 22-jährige Verteidiger im Oktober zum NFL International Combine nach London eingeladen, um sich für das International Pathway Program zu empfehlen. Der Linebacker begann seinen Football-Werdegang 2016 in der Jugend der Langenfeld Longhorns und startete daraufhin bei den Düsseldorf Panthern in der GFL und GFL2. Dabei konnte er sich 2019 als Team Leader in Tackles und 2021 als GFL2 Sack Leader beweisen. Eigentlich wollte Simon seine Karriere nach einem Stipendiumsangebot der University of Massachusetts in den Vereinigten Staaten fortsetzen, doch konnte er seine College-Laufbahn aufgrund der Covid-19-Pandemie und den Maßnahmen zu deren Eindämmung nicht beginnen. Nun soll er also bei den Centurions eine Schlüsselrolle einnehmen. Hierfür bringt er Stärke und Schnelligkeit mit, weshalb er laut General Manager David Drane sowohl als Defensive End als auch als Outside Backer eingesetzt werden kann.

Elias, 26. Dezember 2021

 

Foot Bowl’s Überblick über die Signings der Woche – KW 51 (20. bis 26.12)

 

 

Elias

Elias ist seit Ende August 2021 Teil von Foot Bowl. Mail: hoffmann-footbowl@gmx.de

One Comment

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