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Eric Ribé

Wenn an diesem Samstag um 18:00 Uhr die Barcelona Dragons (5-2) im Estadi Municipal de Reus Rhein Fire (4-3) empfangen, dann treffen zwei Teams mit einer positiven Siegbilanz aufeinander. Dennoch ist bei beiden Franchises die Lage angespannt. Die Dragons haben eine sensationelle 19:22-Niederlage bei den Istanbul Rams zu verdauen, Rhein Fire eine hohe Klatsche vor heimischen Publikum gegen die Hamburg Sea Devils. Unruhe brachten in Düsseldorf zudem die Umstrukturierungen rein, die je fünf Spielern und Coaches die Kündigung einbrachten. Das Spiel hat ferner einen vorentscheidenden Charakter im Blick auf die Playoffs, denn der Gewinner hat am Ende wahrscheinlich die Nase in der Southern Conference vorn.

Rhein Fire mit anderem Personal als beim Hinspiel

Das Hinspiel war eines der spannendsten Begegnungen dieser Saison. Vor mehr als 7.500 Zuschauer:innen gewannen damals die Dragons mit 17:13 und feierten diesen Erfolg erstmals mit einem im Internet viral gehenden Tik-Tok-Tanz. Nun reist Rhein Fire nach Katalonien, um den Dragons die Flügel zu stutzen. Sie werden dies mit einem im Vergleich zur ersten Partie in Schlüsselpositionen veränderten Kader versuchen. Als Quarterback der Burgundfarbenen läuft inzwischen Jadrian Alexander Clark auf und auch in weiteren Kaderteilen wurden neue Spieler verpflichtet. Besonders gespannt darf man auf den 32-jährigen Absolventen der Boise State, Ricky Tjong-A-Tjoe, sein, der nach jahrelanger Pause sein Comeback feiert. Missglückt ist hingegen der Versuch, auf der Position des Kickers nachzubessern. Nach den Entlassungen von Daniel Schuhmacher und Sebastian van Santen fiel die Neuverpflichtung durch den Medizintest.

Statistiken zum Spiel

Oberflächlich gesehen müssten die heimstarken Dragons gegen Fire gewinnen. In den ersten sieben Saisonspielen erzielten sie mehr Punkte im Schnitt als ihr Kontrahent und kassierten auch weniger Scores. Allerdings hat man in der zweiten Halbzeit beim Spiel gegen Wien gesehen, dass die Dragons Offense häufig zu einseitig ist. Bekommen die Düsseldorfer um Safety Omari Williams Receiver Kyle Sweet gut gedeckt, fehlt den Spaniern die wichtigste Waffe.

Für Fire wird es wichtig sein, das zuletzt stockende Laufspiel wieder mehr ins Rollen zu bringen. Gemächlich Play-by-Play mit Kurzpassspiel und Rushes über das Feld zu ziehen, liegt Fire nicht. Sie werden wieder das big play suchen und sich dabei vor allem auf Nate Robitaille verlassen. Ein Glück, dass der neue Quarterback Clark diesen bereits aus gemeinsamen Zeiten bei den Unicorns bestens kennt.

Individuell überzeugte bei den Dragons bisher vor allem Zach Edwards, der als Front Runner auf den MVP Award gilt. Der ELF Passing Yards (1.918 Yds) und Passing Touchdown Leader (18 TD) befreit sich immer wieder aus ausweglosen Situationen und hält die Katalanen so im Drive. Zuletzt überraschte er aber häufiger mit diskutablen Entscheidungen und zu viel Risiko. Defensiv führt der Franzose Antony Rodrigues das Team mit 58 Tackles an. Die meisten Sacks gelangen bisher Alejandro Fernández, die größte Gefahr in der Secondary ist Jordi Brugnani. Letzterer fing auch im Hinspiel die Interception beim verzweifelten Versuch Matt Adams, das Spiel noch zu drehen.

In der Defense des Düsseldorfer Franchise überzeugten bisher im Besonderen drei Athleten. Martin Pinter, der das Team mit 4.5 Sacks wenig verwunderlich anführt, lässt den gegnerischen Quarterbacks keine Ruhe. Omari Willams (3 INT) nutzt jeden Fehler aus und ist immer für ein Turnover gut. Auch der Schweizer Lukas Ruoss machte mit 36 Tackles und drei Interceptions eine Bewerbung für das All-Star Team geltend. Im Laufangriff konnte Fire sich bisher auf Daniel Rennich (77 Läufe für 360 Yards) verlassen, aber muss er erstmals ohne Kollege Aguemon auflaufen. Neben Robitaille (585 Receiving Yards und sechs Touchdowns) sind auch Tight End Florian Eichhorn und Timothy Knüttel beliebte Targets. Nun wurde unter der Woche mit Aziz Rebai ein weiterer deep threat dem Kader ergänzt.

Elias

Elias ist seit Ende August 2021 Teil von Foot Bowl. Mail: hoffmann-footbowl@gmx.de