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Foot Bowl im Interview mit dem 1,86 Meter großen und 135 Kilos schweren Nick Rudloff von Berlin Thunder.

 

Wir haben ein geiles Team und sind viel stärker als im letzten Jahr. Das Ziel kann nur der Titel sein!

Nick Rudloff

Foot Bowl:
Hallo Nick, danke, dass du dir Zeit genommen hast. Stell dich doch bitte unseren Lesern einmal vor.

Rudloff:
Mein Name ist Nick Rudloff, ich bin 31 Jahre alt, komme aus Berlin und ich spiele in der Defensive Line bei Berlin Thunder. Bevor ich zu Berlin Thunder gewechselt bin, spielte ich bei den Potsdam Royals in der GFL. Beruflich bin ich Bankkaufmann.

Foot Bowl:
Hast du neben dem Football noch andere Hobbys?

Rudloff:
Im Moment ist es schon so, dass die meiste „Hobby-Zeit“ für Football eingeplant wird. Ansonsten mache ich gerne, so viel ich kann, mit Freunden und Familie. Ich fahre Motorrad und ich reise gerne. Das sind so meine Hobbys, für die ich gerade Zeit habe.

Foot Bowl:
Auf deinen Instagram Account (@nick_6890) kann man viele Bilder deiner vergangenen Reisen sehen. Welche Reise hat dir denn am besten gefallen?

Rudloff:
Ich muss sagen, ich bin hin und weg von Holland. Ich war mit Freunden dort und wir haben viele Städte besucht. Es ist wirklich ein wunderschönes Land und in Holland ist alles etwas entschleunigt.

Foot Bowl:
Wie bist du zum American Football gekommen?

Rudloff:
Es war so, dass meine beiden Stiefbrüder und einer meiner Freunde schon vor mir Football spielten. Vor knapp zehn Jahren haben sie mich dann einmal zu einem Training mit “geschliffen” und dann ging es los. Ich habe einmal mittrainiert und bin nicht mehr weggekommen von diesem Sport. Ich konnte mich dem quasi nicht entziehen. (lacht)

Foot Bowl:
Du bist in der D-Line positioniert. Wie bist du zu deiner Position gekommen?

Rudloff:
Als ich damals bei den Berlin Bears zum ersten Training „überredet“ wurde, hat sich der Trainer meinen Körperbau angeschaut und gemeint: „Ja, also dich stecken wir erstmal in die DLine“. Anscheinend habe ich mich dabei auch nicht so dumm angestellt und dann ist es dabei auch geblieben. Mich hat, ehrlich gesagt, aber auch keine andere Position interessiert.

Foot Bowl:
Beschreibe uns doch, was du auf deiner Position machen musst.

Rudloff:
Die Hauptaufgabe ist zuerst zu versuchen, mittels technischer Fähigkeiten an der Offensive Line vorbei zu kommen und zu versuchen, den Quarterback zu sacken oder ihn daran zu hindern, den Ball zu werfen. Falls der Quarterback den Ball schon übergeben hat, ist es dann die Aufgabe, den Runningback zu tacklen. Überwiegend „prügelt“ man sich aber mit den dicken Jungs aus der O-Line.

Foot Bowl:
Was fasziniert dich am Football?

Rudloff:
Football hat dank des Team-Gefühls ein Alleinstellungsmerkmal für mich, man fühlt sich im Team, wie in einer großen Familie. Ich liebe die Auswärtsfahrten und dieses besondere schöne Gefühl, wenn man zusammen gewinnt.

Foot Bowl:
Was waren deine Gedanken, als du das erste mal von der ELF erfahren hast?

Rudloff:
Generell fand ich die Idee, welche Coach Esume uns damit vermitteln wollte, schon sehr geil. Nachdem sich die GFL die letzten Jahre nicht weiter entwickelt hat, war es sehr wichtig, dass etwas neues kommt. Natürlich war es am Anfang schwer zu glauben, dass die Liga trotz Corona wirklich stattfindet. Ich muss gestehen, dass auch ich zuerst etwas skeptisch gewesen bin. Als die ersten Teams angekündigt wurden und alles Form und Farbe angenommen hatte, war ich dann doch schon Feuer und Flamme. Am Anfang hatte ich einige in meinem Freundeskreis, welche die Idee zuerst belächelten. Als es dann aber los ging, ist dieses Lächeln bald verschwunden.

Foot Bowl:
Warum hast du dich für Thunder entschieden und wie bist mit Berlin Thunder in Kontakt getreten?

Rudloff:
Das ging damals alles über unseren Headcoach Jag Bal. Ich kannte ihn aus der Zeit, als er noch Defensive-Coordinator bei den Berlin Adlern war. Er kontaktierte mich 2020 und wollte, dass ich zu den Adlern wechsle. Die Saison wurde wegen Corona leider abgesagt. Für 2021 wurde er dann als Headcoach bei den Thunder eingesetzt. Er rief mich an und fragte, ob ich nicht auch zu Thunder kommen wolle. Da ich richtig Bock auf die ELF hatte, war ich natürlich sofort dabei.

Foot Bowl:
Was ist denn der größte Unterschied zwischen der GFL und der ELF?

Rudloff:
Die Professionalität ist eine ganz andere. Die GFL versucht, professionell zu sein, aber in der ELF wird dies viel konsequenter umgesetzt. Es fängt damit an, dass du Physios beim Training hast, es wird sich also mehr um die Gesundheit gekümmert. Man wird in der ELF mit Football-Equipment ausgestattet, während du dir das in der GFL selbst besorgen musst — zusätzlich zu eventuellen Beitragszahlungen.

Foot Bowl:
Was sicherlich auch einen professionellen Eindruck hinterlässt, sind die hochwertigen Videoübertragungen. Wie war es für dich zu wissen, dass man dich z.B. auf ProSieben Maxx im Fernsehen sehen kann?

Rudloff:
Natürlich ist es super zu wissen, dass es so ist. Freunde und Familie haben auch immer berichtet, wie cool sie das fanden. Tatsächlich hat man aber selbst nicht die Zeit, sich damit auseinanderzusetzen. Es ist toll zu wissen, aber im Spiel beschäftigt man sich damit nicht.

Foot Bowl:
Wie hast du es geschafft, in der Premierensaison Football und Privates unter einen Hut zu bringen?

Rudloff:
Hier muss ich sagen, war Corona dann recht praktisch, da ich meine Arbeit im HomeOffice erledigen konnte. Es wurde hier also schon mal viel Zeit gespart. Zudem habe ich noch einen Nebenjob als Türsteher. Weil aber alles geschlossen war, konnte ich diesen Job auch nicht machen. Dazu hatten wir drei mal die Woche Training. Klar, muss man ein paar Termine hin und her schieben, aber mit etwas organisatorischem Talent ging das dann ganz gut. Wenn man Football-verrückt ist, dann schafft man das schon irgendwie. Natürlich braucht man auch eine verständnisvolle Familie, Freunde und Frau, dann funktioniert das auch.

Foot Bowl:
Wie war das erste Heimspiel für dich und wie waren die Fans vor Ort?

Rudloff:
Zuerst einmal war ich sehr beeindruckt von dieser positiven Resonanz, die uns erwartet hat. Es waren auch relativ viele Fans da, 800 Leute, wenn ich mich richtig erinnere. Klar, war es auch etwas befremdlich am Anfang. Die Fans konnten sich beim ersten Spiel noch nicht richtig mit Thunder Identifizieren, das wurde im Laufe der Saison aber viel besser. Später in der Saison hatten wir dann sogar einige Hardcore Thunder Fans. Im Laufe des Jahres kamen dann viele in alten und neuen Thunder Shirts, mit Flaggen und Farbe im Gesicht. Viele von ihnen sind dann sogar mit auf Auswärtsspiele gekommen, das hat sich richtig gut entwickelt.

Foot Bowl:
Welches Auswärtsspiel hat dir in der letzten Saison am besten gefallen?

Rudloff:
Das absolut beste Spiel, fand ich, war das Spiel in Stuttgart. Obwohl es das letzte Spiel war, war die Stimmung in der Kabine grandios und wir haben dann auch großartig gespielt. Vom Feeling her war das auf jeden Fall das geilste Spiel. Ansonsten: Barcelona und Wrocław waren auch sehr schöne Auswärtsspiele.

Foot Bowl:
Für die Saison 2022 wurden vier neue Teams in die ELF aufgenommen. Was sind deine Gedanken zu dieser Expansion.

Rudloff:
Die Expansion ist auf jeden Fall sehr gut und meiner Meinung nach auch nötig. Mit Wien und Tirol wurden sehr gute Teams in die ELF eingegliedert. Bei den beiden Teams war es auch dringend nötig, aus dem österreichischen Verband heraus zu kommen. Die Meisterschaft wurde ja eigentlich nur noch unter den beiden Teams ausgespielt. Bei Istanbul finde ich es interessant, gegen ein Team zu spielen, welches auch mal weiter weg liegt. Und Rhein Fire, glaube ich, wird sehr krass, die machen jetzt schon einen sehr guten Job in der Offseason. Man hat dort eine sehr starke Fan-Community, die man in der Saison auch merken wird. Zudem haben sie bisher schon ein gutes Team auf die Beine gestellt.

Foot Bowl:
Auf welchen Gegner freust du dich am meisten?

Rudloff:
Geil wird auf jeden Fall Hamburg werden. Wir haben da noch ein Hühnchen zu rupfen. Die Niederlagen vom letzten Jahr können wir nicht auf uns sitzen lassen. Gegen Köln konnte ich letztes Jahr noch nicht spielen, das wird auf jeden Fall interessant. Eigentlich freue ich mich auf alle Spiele gleichermaßen. Ich will, dass die Saison endlich losgeht.

Foot Bowl:
Mit Diana Hoge (General Managerin), Johnny Schmuck (Headcoach) und Björn Werner (Sportdirektor) wurde bei Thunder eine neue Führungsebene etabliert. Merkst du jetzt, knapp drei Monate vor dem Saisonstart, schon Veränderungen im Team?

Rudloff:
Tatsächlich habe ich das Gefuhl, dass dieses Professionalitätslevel nochmal einen großen Schritt nach vorne gemacht hat. Der Fokus liegt jetzt unter anderem mehr auf dem Training und der Athletik. Die Planung und Vorbereitung läuft dieses Jahr auch nochmal ein Stück besser. Die Kommunikation ist offener und klarer geworden, als im letzten Jahr.

Foot Bowl:
Was sind deine Ziele für die Saison 2022?

Rudloff:
Mein persönliches Ziel ist, verletzungsfrei zu bleiben. Ansonsten wünsche ich mir für Thunder, dass wir den Titel holen. Wir haben ein geiles Team und sind viel stärker, als im letzten Jahr. Die Meisterschaft kann nur das Ziel sein.

Foot Bowl:
Danke, Nick, dass du dir die Zeit für das Interview genommen hast. Jetzt darfst du noch ein paar Worte an unsere Leser richten.

Rudloff:
Ich bedanke mich bei allen Zuschauern und Fans, welche die ELF und speziell natürlich die Thunder unterstützen. Ich denke, ihr könnt euch auf eine sehr spannende und erfolgreiche Saison freuen. Feel the Thunder!

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